Ghostfolio sammelt Depots, Wallets und Kontostaende auf einem selbst gehosteten Dashboard
Zusammenfassung
Ein datenschutzfreundliches Open-Source-Dashboard, das Aktien, ETFs, Krypto und Bargeld in eine einzige Vermoegenskurve legt, mit Allokation, Performance, Vergleichsindex, Tabellenimport und Selbsthosting. Aktuell Fassung 3.71.
Empfehlen- Name
- Ghostfolio
- Version
- 3.71
- Open Source
- Open Source
- Betriebssystem
- WindowsmacOSLinux
- Webseite
- https://ghostfol.io/
- Aktualisiert
- 2026-10-06 14:33
Ein Brett fuer Geld, das an vier Stellen liegt
Wer ein Depot, zwei Bankkonten und mindestens eine Krypto-Boerse nebeneinander pflegt, kennt das Problem: Der Gesamtueberblick entsteht nur, wenn man eine Tabelle von Hand nachzieht, Positionen exportiert, Kurse eintippt und die Formeln repariert, sobald ein Broker sein Exportformat aendert. Ghostfolio geht den anderen Weg und bietet einen einzigen Einstiegspunkt. Konten und historische Transaktionen werden einmal erfasst und danach zu aktuellen Kursen umgerechnet; daraus entstehen eine Vermoegenskurve sowie Auswertungen zu Allokation, Positionen und Rendite. Konten bleiben je Plattform getrennt, Bargeld steht neben den Positionen, mehrere Waehrungen duerfen parallel laufen, und die Uebersicht rechnet sie fuer die Kopfzahl in eine Leitwaehrung um. Aktien, ETFs, Krypto und reines Bargeld gelten alle als Anlageart; Kaeufe, Verkaeufe, Dividenden und Gebuehren bekommen je einen eigenen Eintrag, und die Berichte entstehen aus diesen Bewegungen statt aus handgetippten Bestaenden. Der Vermoegensgraph laesst sich zwischen Tag, Monat, Jahr und Gesamtzeitraum umschalten, und jede Bewegung erscheint sowohl als Betrag wie als Prozentwert. Ein oeffentliches Demo-Konto enthaelt bereits Daten eines Depots und einer Boerse, sodass sich das Ganze ansehen laesst, bevor echte Aufzeichnungen uebertragen werden.

Analyse: Allokation, Performance und Vergleichsmassstab
Ihren Wert zeigt die Software auf den Analyseeiten. Die Allokation wird nach Anlageklasse, Region, Branche und Waehrung aufgeschluesselt, wodurch eine unbeabsichtigte Konzentration sichtbar wird, bevor sie zum Problem waechst: Ein Portfolio, das sich breit anfuehlt, entpuppt sich nicht selten als drei Technologiesnamen plus ein breiter Fonds auf denselben Index. Der Performance-Teil trennt die Rendite des Zeitraums von den Effekten der Wechselkurse, damit ein gutes Jahr in einer Fremdwaehrung nicht als gute Titelauswahl durchgeht. Die Vermoegenskurve laesst sich mit einem gewaehlten Marktindex im selben Diagramm ueberlagern, was genau die Frage beantwortet, an der eine selbstgebaute Tabelle meist scheitert: Hat das Portfolio den Index geschlagen, oder hatte der Index einfach ein gutes Jahr? Positionen, Bewegungen, eine Beobachtungsliste und Marktdaten haben jeweils eine eigene Seite. Im Alltag genuegt die Uebersicht, denn ein Blick verraet, ob etwas zu tun ist. Ein Eintrag in der Seitenleiste oeffnet eine X-ray-Ansicht, die das Portfolio entlang weiterer Dimensionen zerlegt; die Seite der Bewegungen listet jede Transaktion in umgekehrter Zeitfolge, was den Abgleich erst moeglich macht, wenn ein Bestand nicht zur Abrechnung passen will. Zeitraum und Vergleichsmassstab sind frei waehlbar, und die Diagramme rechnen sofort neu.

Konten und Aufzeichnungen: die Daten bleiben in eigener Hand
Die Kontenseite fuehrt jede Plattform als Zeile mit Namen, Anzahl der Bewegungen, Barbestand und Marktwert und summiert am Ende. Aeltere Historie laesst sich eintippen oder aus einer Tabelle importieren, was zaehlt, wenn Jahre an Geschaeften in einem Zug ankommen sollen, statt einzeln rekonstruiert zu werden. Die Open-Source-Ausgabe laesst sich selbst hosten, die Aufzeichnungen liegen dann auf einer Maschine, die der Betreiber kontrolliert; auch der gehostete Dienst verlangt bei der Anmeldung weder E-Mail-Adresse noch Kreditkarte, sodass das Konto an keine reale Identitaet gebunden werden muss. Jedes Konto traegt eigene Waehrung und Notiz, damit die Statistik kein Euro-Konto in ein Dollar-Konto mischt. Alle Daten lassen sich vollstaendig exportieren, was die Bindung an einen einzigen Anbieter aufhebt, und Umzug wie Sicherung bleiben Routine. Der Code steht unter der AGPL. Das Projekt hat knapp zehntausend Markierungen im Repositorium und ueber drei Millionen Container-Downloads gesammelt, und die Oberflaeche ist unter anderem auf vereinfachtes Chinesisch uebersetzt.

Betrieb und Zielgruppe
Offizielle Container-Images sind vorhanden, das gesamte Paket passt also auf einen Heimserver oder ein NAS; wer sich die Wartung sparen will, nimmt die gehostete Stufe: Die eine Variante haelt die Daten lokal, die andere ist ein Abonnement und laeuft ohne Einrichtung. Die Dokumentation deckt mehrere Formen ab, vom einzelnen Container ueber einen vorgeschalteten Reverse-Proxy bis zur Cloud-Instanz, und die Gemeinschaft hat Anleitungen speziell fuer NAS-Geraete geschrieben. Die aktuelle Fassung ist 3.71 und wandert mit dem Repositorium; die 3.0-Linie traegt das Datum 2026-04. Nach mehr als drei Jahren Entwicklung gehoert das Projekt zu den fleissiger aktualisierten Werkzeugen seiner Kategorie. Es passt zu langfristig orientierten Anlegern, die Konten bei mehreren Plattformen halten, die eigene Tabelle loswerden wollen und darauf achten, wo die Daten liegen. Wer nur gelegentlich ein paar Kurse ansieht, ist mit der App des Brokers besser bedient: Der Nutzen eines solchen Bretts zeigt sich erst, wenn die Mittel so weit gestreut sind, dass keine einzelne Abrechnung mehr das Ganze zeigt, und wer nur ein Konto fuehrt, muss damit nicht anfangen.