DNF5 5.4 schreibt den Paketmanager in C++ neu und laesst Python hinter sich

Zusammenfassung

Seit Fedora 41 der voreingestellte Paketmanager, in C++ neu geschrieben und ohne Abhaengigkeit von Python. Die Werkzeugkette braucht in einem leeren Behaelter rund 60 Prozent weniger Platz, und Abfragen wie repoquery laufen etwa doppelt so schnell.

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Name
DNF5
Version
5.4
Preis
Kostenlos
Open Source
Open Source
Betriebssystem
Linux
Aktualisiert
2026-10-04 07:09

Das dnf auf Fedora hat still ein neues Gerippe bekommen

Auf jedem Fedora neuer als Ausgabe 41 ist das dnf, das man eintippt, hoechstwahrscheinlich nicht mehr das in Python geschriebene von damals. DNF5 ist eine Neufassung desselben Projekts in C++, und seit jener Ausgabe der voreingestellte Paketmanager, wobei der Befehl dnf nur noch ein Verweis darauf ist. Das Projekt wird in der Organisation fuer die Verwaltung von rpm Paketen gepflegt und steht unter der zweiten Fassung der allgemeinen oeffentlichen Lizenz samt spaeteren Revisionen. Lesenswert ist die Sache nicht, weil ein Werkzeug neu geschrieben wurde, das geschieht staendig, sondern weil die Neufassung auf das zielt, was man tatsaechlich spuert: wie viel Platz eine Installation belegt, wie lange ein Befehl zum Starten braucht und wie schnell eine Abfrage zurueckkommt.

Ohne Python spart man Groesse und Anlaufzeit

Das alte dnf sass auf Python auf, jeder Aufruf musste also erst einen Uebersetzer starten und dann einen Stapel von Teilen laden, bevor irgendetwas Nuetzliches geschah. DNF5 hat diese Logik in uebersetzte Bibliotheken verlegt, und das Werkzeug auf der Befehlszeile haengt nicht mehr an Python. Den Angaben in den Veroeffentlichungshinweisen von Fedora zufolge ergibt die Installation dieser Kette in einem leeren Behaelter rund 60 Prozent weniger als zuvor. Bei Abfragen ist der Gewinn unmittelbar zu spueren: Befehle wie repoquery, die auflisten, was eine Ablage anbietet, laufen etwa doppelt so schnell, und die Wartezeit auf einen Baum von Abhaengigkeiten oder eine lange Liste von Argumenten sinkt mit. Fuer eine Aufgabe einmal im Monat ist das ein Nebensatz; fuer etwas, das ein Skript hundertmal in der Stunde aufruft, entscheidet es darueber, was sich ueberhaupt lohnt.

Was sich tatsaechlich geaendert hat

Aus drei Werkzeugen wurde eines. Das alte dnf, microdnf und die grafische Grundlage hielten jeweils einen eigenen Zwischenspeicher, die Metadaten lagen also mehrfach vor; dnf5 und sein Dienst im Hintergrund teilen sich nun eine einzige Abschrift, und diese Doppelung ist fort. Ergaenzungen werden mit dem Hauptprogramm ausgeliefert statt einzeln gepackt, was eine abweichende Fassung nach einer Aktualisierung deutlich unwahrscheinlicher macht. Drei getrennte Schnittstellen, fuer Pakete, fuer Ablagen und fuer das Aufloesen von Abhaengigkeiten, wurden in einen Baustein gefaltet, mit Bindungen fuer Skriptsprachen aus einem einzigen Werkzeug und einer einheitlichen Namensweise. Auch Ausgabe und Dokumentation wurden ueberarbeitet: die Tabelle der Vorgaenge sagt mehr, das geschwaetzige Protokoll von Skriptstuecken wird in eine Datei umgeleitet und unter dem Paketnamen abgelegt, jeder Befehl hat sein eigenes Handbuch, und die Ergaenzung in der Shell wurde ausgebaut.

Zwei Dinge, auf die man beim Umstieg achten sollte

Erstens sprechen die Verzeichnisse der Vorgaenge nicht miteinander. dnf und dnf5 halten ihre Aufzeichnungen in je eigenem Format, ein unter dem alten Werkzeug installiertes Paket ist auf der neuen Seite also kein Ereignis. DNF5 versucht beim ersten Vorgang, die alte Aufzeichnung zu lesen und den Zustand des Systems zu uebernehmen, damit Angaben wie die, ob ein Paket als Abhaengigkeit hereinkam, erhalten bleiben und eine Abhaengigkeit spaeter nicht fuer eine eigene Wahl des Nutzers gehalten wird. Zweitens laufen die Ausgaben fuer Unternehmen noch mit dem alten Werkzeug: die neunte Generation der kommerziellen Variante, ihre zwei Nachbauten aus der Gemeinde und die zehnte setzen alle weiter auf dnf, und DNF5 hat dort noch nicht uebernommen. Stand September 2026 ist 5.4 die aktuelle Ausgabe. Wer Fedora einfach benutzt, tippt weiter dnf; wer den Unterschied zeigen will, schreibt dnf5.

Damit der Umstieg wenig kostet, blieben fuer die gaengigen Befehle und Schalter vertraegliche Aliase erhalten, eingeuebte Schreibweisen funktionieren also weiter. Die beiden aelteren Bibliotheken liegen ebenfalls noch im System und koennen neben DNF5 bestehen, nur sollte man beim Aendern installierter Software nicht zwischen beiden hin und her wechseln, weil der Zustand des Systems nicht geteilt wird.

Wen das angeht

Auf einem einzelnen Schreibtisch, auf dem ab und zu etwas installiert wird, laeuft es darauf hinaus, dass Befehle etwas schneller zurueckkommen. Wirklich gewinnen die Einrichtungen, die Fedora als Grundlage fuer Abbilder nehmen: eine Python Umgebung weniger im Behaelter macht das Abbild eine Nummer kleiner, und wer auf einem Server wiederholt repoquery laufen laesst, um Bestand aufzunehmen, macht aus doppelter Geschwindigkeit tatsaechlich gesparte Zeit. Der Wert liegt nicht in ein paar zusaetzlichen Schaltern, sondern darin, dass ein Paketmanager von einer Skriptsprache in eine uebersetzte Sprache umgezogen ist: kleiner, schneller in der Abfrage und ohne den Zwischenspeicher doppelt zu halten. Wer Fedora nach Ausgabe 41 benutzt, arbeitet bereits damit, die Welt der Unternehmen muss noch warten.

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Unterstützte Systeme: Linux