Anolis OS 23.5: eine Community-Distribution fuer Cloud Native
Zusammenfassung
Eine offene Linux-Distribution der OpenAnolis-Gemeinschaft, kompatibel zum Oekosystem von CentOS und RHEL, auf einem Kernel der Reihe 6.6, mit Unterstuetzung mehrerer einheimischer Prozessorarchitekturen und mit Bestandteilen fuer KI. Aktuell 23.5.
Empfehlen- Name
- Anolis OS
- Version
- 23.5
- Preis
- Kostenlos
- Open Source
- Open Source
- Betriebssystem
- Linux
- Webseite
- https://openanolis.cn/
- Aktualisiert
- 2026-10-16 22:01
Das System zu wechseln ist leicht. Die Software, die fuer das alte gebaut wurde, ist der schwere Teil.
Welches Problem eine kompatible Distribution loest
Ein Serverbetriebssystem zu ersetzen ist keine Geschmacksfrage. Es ist die Frage, ob die vorhandenen Pakete weiter laufen. Anwendungen, die gegen eine bestimmte Bibliotheksreihe gebaut wurden, Konfigurationsdateien an Pfaden, die ein Administrator im Kopf hat, Ueberwachungsagenten, Sicherungsskripte, Herstellerpakete mit einem festen Distributionsnamen in den Angaben: all das setzt das alte System voraus und bricht auf einmal, wenn das neue nur aehnlich aussieht.
Anolis OS tritt genau gegen dieses Problem an. Die Gemeinschaft nennt die Distribution kompatibel zum Oekosystem von CentOS und RHEL, was praktisch heisst: Paketnamen, Verzeichnisaufbau und Bibliotheksversionen folgen den dort gesetzten Gepflogenheiten. Migration wird damit zum Verschieben von Lasten statt zum Neubau.
Herausgegeben wird sie von der OpenAnolis-Gemeinschaft, und zwar offen. Cloud native ist Entwurfsgrundlage und nicht Nachgedanke, was man daran sieht, was im Grundabbild steckt und wie das Projekt ueber Container und Orchestrierung spricht.

Kernel, Prozessoren und die Bestandteile fuer KI
Die aktuelle Ausgabe 23.5 steht auf einem Kernel der Reihe 6.6. Das zaehlt aus zwei Gruenden: neuere Hardware wird ohne nachgereichte Flicken erkannt, und Funktionen spaeterer Reihen stehen zur Verfuegung, ohne einen eigenen Flickensatz mitzufuehren, was eine langfristige Pflege einer Distribution ueberhaupt erst moeglich macht.
Die Unterstuetzung mehrerer einheimischer Prozessorarchitekturen ist ein genanntes Merkmal und keine Fussnote. Fuer Stellen, die auf Hardware mehrerer Anbieter laufen muessen, entfaellt mit einer Distribution, die fuer alle baut, das Pflegen paralleler Abbilder und getrennter Aktualisierungswege.
Bestandteile fuer KI sind im Oekosystem enthalten. Den Satz genau lesen: die Distribution bringt Bibliotheken und Werkzeuge mit, die solche Lasten erwarten, sie macht kein Modell besser. Ob es hilft, haengt allein davon ab, ob die Last ohnehin auf dieser Hardware laufen sollte.
Lizenz, passende Faelle und wo Vorsicht gilt
Das Projekt steht unter der freizuegigen Mulan-Lizenz, einer chinesischen Open-Source-Lizenz, die auf Vereinbarkeit mit ueblicher Praxis und Lesbarkeit im Chinesischen hin geschrieben wurde. Wer ein veraendertes Abbild weitergeben will, liest besser den Wortlaut als das Etikett freizuegig, wie bei jeder Lizenz.
Ehrlich gesagt passt der Umzug: ein Bestand von Servern aus der CentOS-Zeit, der weiterlaufen muss, waehrend das Fundament getauscht wird, oder eine Umgebung, die mehr als eine Prozessorarchitektur tragen muss. Schlecht passt ein Arbeitsplatz oder ein einzelner kleiner Server, wo die Distribution nichts bietet, was die gaengigen Alternativen nicht auch haetten.
Ein Punkt, der bei Umzuegen oft zu spaet auffaellt: die Werkzeuge rund um das System zaehlen mit. Sicherungssoftware, Verzeichnisdienste und Agents von Ueberwachungssystemen sind eng an die Distribution gebunden und werden nicht immer fuer jede Architektur gleichzeitig nachgezogen. Vor dem Umzug lohnt eine Liste der Programme, die ohne Paket aus der eigenen Quelle installiert wurden, denn genau diese brechen zuerst und ohne Vorwarnung.
Punkt | Offizielle Angabe |
|---|---|
Aktuelle Version | 23.5 |
Herausgeber | OpenAnolis-Gemeinschaft |
Kompatibilitaet | Oekosystem von CentOS und RHEL |
Kernel | Reihe 6.6 |
Architekturen | Mehrere einheimische Prozessorarchitekturen |
Lizenz | Freizuegige Mulan-Lizenz |
Kompatibilitaet ist kein Punkt auf einer Liste. Sie ist der Grund, warum sich ein Umzug ueberhaupt planen laesst.
Hinweise aus der Praxis: den Umzug zuerst auf einem unkritischen Rechner testen und das Verhalten der Dienste vergleichen statt Paketversionen; vor der Zusage pruefen, ob es Ueberwachungs- und Sicherungsagenten fuer jede genutzte Architektur gibt; und den Unterstuetzungszeitraum der konkreten Ausgabe nachsehen, denn eine Distribution ist nur so nuetzlich wie die Dauer, ueber die sie gepflegt wird.