DiskGenius 6.2: Datenträgerverwaltung und Datenrettung in einem Fenster

Zusammenfassung

DiskGenius verbindet Partitionierung mit Datenrettung: Dateiwiederherstellung mit Vorschau, Partitionswiederherstellung für verlorene oder formatierte Volumes, Ext4 und verschlüsselte Volumes, RAID-Verbund, Sektoreditor und eine Suche nach defekten Sektoren.

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Name
DiskGenius
Version
6.2
Preis
Kostenpflichtig
Open Source
Proprietär
Aktualisiert
2026-10-06 01:52

Zwei Aufgaben in einem Fenster

DiskGenius gehört zu der Sorte Programm, die man vorhält, bevor etwas schiefgeht – denn der Moment, in dem man es braucht, ist selten ein guter Moment, um erst danach zu suchen. Es erledigt zwei Aufgaben im selben Fenster: Es verwaltet die Partitionen einer Platte und versucht, Daten zurückzuholen, die das Betriebssystem nicht mehr sieht. Die hier beschriebene Version ist 6.2.

Die beiden Hälften hängen zusammen. Ein Partitionierungswerkzeug schreibt die Beschreibungen, wo welche Daten liegen; ein Rettungswerkzeug versucht, diese Beschreibungen wieder zu lesen, wenn sie falsch geworden oder verschwunden sind. Beides in einem Programm zu haben bedeutet, dass die zweite Aufgabe während der ersten erreichbar ist – und genau das ist die Lage, in der eben ein Fehler passiert ist, der noch nicht endgültig ist.

Eine Datei zurückholen

Dateiwiederherstellung ist der Grund, aus dem die meisten hier ankommen. Das Programm liest ein Volume und listet, was noch zu finden ist – auch Dateien, deren Eintrag im Verzeichnis entfernt wurde, während der belegte Platz noch nicht erneut beschrieben ist. Nichts daran ist ein Versprechen. Die Bytes überleben nur, bis etwas anderes darüber geschrieben wird, und jeder Schreibvorgang auf dieselbe Platte verkürzt das Zeitfenster, in dem der Versuch noch gelingen kann.

Die Dateivorschau ist der Schritt, der das Ergebnis ehrlich hält. Ein Kandidat lässt sich öffnen und lesen, bevor irgendetwas wiederhergestellt wird; das Ergebnis ist damit kein Ordner mit korrekten Namen und leerem Inhalt. Ein Werkzeug ohne diesen Schritt überlässt die Erkenntnis dem Moment nach dem Kopieren – der ungünstigste Zeitpunkt, um zu merken, dass die gerettete Menge von Anfang an leer war.

DiskGenius Dateiwiederherstellung mit Vorschau

Partitionen, die es nicht mehr gibt

Die Partitionswiederherstellung behandelt eine andere Form des Verlusts. Eine Partition kann aufhören zu existieren, weil die Tabelle, die sie beschreibt, neu geschrieben wurde, weil ein Formatierungsbefehl auf die falsche Platte zielte oder weil ein Vorgang in der Mitte abgebrochen wurde. Die Dateien liegen meist noch dort, wo sie lagen; verloren ist die Beschreibung, wo die Partition beginnt und wo sie endet. Das wiederzufinden ist eine Suchaufgabe und keine Leseaufgabe – deshalb kann diese Arbeit auf einer Platte gelingen, die das System als leer meldet.

Zwei der Modi verdienen eine eigene Erwähnung, weil sie genau die Fälle abdecken, an denen allgemeine Software meist aufhört. Die Ext4-Partitionswiederherstellung richtet sich an Volumes, die für Linux formatiert wurden: Für ein Programm, das von Desktop-Gepflogenheiten ausgeht, ist dieses Dateisystem nichts, was es auflisten kann, also wird der Platz als unbelegt gemeldet und behandelt, als wäre dort nie etwas gewesen. Die Wiederherstellung verschlüsselter Partitionen richtet sich an Volumes, deren Inhalt geschützt war. Unter der Verschlüsselung liegt ein gewöhnliches Dateisystem, aber darüber ist nichts lesbar, solange das Volume nicht geöffnet ist – und ein Scan, der diese Möglichkeit nicht einrechnet, kommt zu dem Schluss, der Bereich sei unbenutzt.

Keine Platte, sondern ein Verbund

Die RAID-Wiederherstellung ist wieder eine eigene Kategorie, weil das gerettete Objekt keine Platte im üblichen Sinn ist. Wenn ein Mitglied eines Verbunds ausgefallen ist oder der Controller, der den Verbund definiert hat, nicht mehr existiert, während die Platten selbst in Ordnung sind, dann fehlt die Anordnung: wie viele Mitglieder, in welcher Reihenfolge, mit welcher Streifengröße, und welche Platte welche Position hatte. Rettung heißt hier, den Verbund im Programm aus den vorhandenen Platten zusammenzusetzen und durch diese Zusammensetzung zu lesen statt durch einen Controller, der sie nicht mehr beschreibt.

DiskGenius Partitionen und Datenträger

Wenn die Beschreibung selbst der Schaden ist

Der Sektoreditor ist für die Fälle da, die keine der bisherigen Funktionen erreicht. Er legt den rohen Inhalt eines einzelnen Sektors auf den Bildschirm – hexadezimal auf der einen, als Zeichen interpretiert auf der anderen Seite – und lässt ihn von Hand ändern. Das ist keine Funktion, zu der man zuerst greift, und keine, die man ohne Kopie der Platte benutzt. Sie bleibt für den Fall, dass die Buchführung selbst beschädigt ist, und zwar so, dass kein automatischer Scan sie deuten kann: ein falsches Feld im Bootsektor, ein defekter Eintrag, der ein an sich intaktes Volume unlesbar macht.

Die Prüfung, die vor allem anderen kommt

Die Suche nach defekten Sektoren ist die einfachste Funktion in der Beschreibung und die, die man zuerst laufen lässt. Die Oberfläche der Platte wird gelesen, und die Bereiche, die sich nicht zuverlässig lesen lassen, werden gemeldet. Wo ein solcher Sektor gefunden wird, bietet die Oberfläche direkt einen Reparaturversuch an. Diese Reparatur ist keine Auferstehung: Sie bittet die Platte, den Sektor auf einen Reservebereich umzuleiten, sodass die dort liegenden Daten als verloren zu gelten haben. Der Sinn liegt darin, das Dateisystem nicht weiter um eine Stelle herumarbeiten zu lassen, die nichts mehr enthält.

Ein Fenster, zwei Richtungen

Dass Partitionierung und Datenrettung an einer Stelle liegen, ist bequem und genau deshalb heikel. Dasselbe Fenster, das eine Partition zurückbringt, kann eine anlegen, in der Größe ändern, formatieren oder löschen – und keine Rückgängig-Funktion deckt beide Richtungen ab. Die Gewohnheit, die das Programm sicher macht, ist die langweilige: erst lesen, dann schreiben, und wenn die Platte wichtig ist, von einer Kopie arbeiten und das Original unberührt lassen, bis die Arbeit fertig ist.

DiskGenius wird kommerziell vertrieben und ist kein Open-Source-Projekt; die Rettungsfunktionen sind der Grund, es vorzuhalten. Es ist kein Werkzeug für eine Platte, die nur voll ist, und kein Ersatz für eine Sicherung. Es ist für den einen Moment gedacht, in dem eine Datei, eine Partition oder ein Verbund nicht mehr sichtbar ist und das, was darunter liegt, die Mühe noch lohnt.