Audacity 4 baut die Oberflaeche auf Qt neu, mit direkt waehlbaren und gruppierbaren Abschnitten
Zusammenfassung
Audacity 4 stellt die ganze Oberflaeche auf Qt um, ersetzt die Werkzeugmodi durch Abschnittsbearbeitung nach Lage, ergaenzt Gruppen und drei Arbeitsbereiche und speichert Vorhaben in einem neuen aup4-Format. Die Ausgabe 4.0.1 brachte den Mehrfachexport und eine tragbare Windows-Fassung zurueck.
Empfehlen- Name
- Audacity
- Version
- 4.0.1
- Preis
- Kostenlos
- Open Source
- Open Source
- Betriebssystem
- WindowsmacOSLinux
- Webseite
- https://www.audacityteam.org/
- Aktualisiert
- 2026-10-22 21:35
Im September 2026 hat Audacity den groessten Umbau seit mehr als zwanzig Jahren gewagt: Die ganze Oberflaeche wanderte auf Qt, die Bearbeitung von Abschnitten bekam ein neues Modell, und das Format der Vorhaben wechselte auf aup4. Die Ausgabe 4.0.1 folgte Ende des Monats und brachte den Mehrfachexport sowie eine tragbare Windows-Fassung zurueck.
Eine Oberflaeche in Qt, mit Leisten zum Andocken oder Loesen
Die Oberflaeche von Audacity 4 ist in Qt neu geschrieben und zeichnet auf dichten Schirmen im nativen Massstab des Systems, sodass Text und Sinnbilder nach dem Skalieren nicht mehr weich werden. Leisten und Felder sitzen nicht mehr fest: Sie docken an jeder Seite des Fensters an, loesen sich als eigene kleine Fenster oder klappen ganz weg. Ein Feld fuer den Arbeitsbereich oben im Fenster wechselt die Anordnung und mit ihr die Art, wie Knopf und Lineal erscheinen.

Der Startschirm wurde zum Eingang und legt zuletzt bearbeitete Vorhaben als Karten aus, jede mit einem Vorschaubild, einen Klick vom Weiterarbeiten entfernt. Vorher hiess ein Vorhaben zu oeffnen, die Liste im Dateimenue zu benutzen, wo lange Namen kaum zu unterscheiden waren.
Abschnitte brauchen keinen Werkzeugwechsel mehr
In Audacity 3 hiess eine Welle anzufassen, zuerst in der Leiste auf das Auswahlwerkzeug zu schalten, fuer Musterpunkte auf Zeichnen und fuer eine Huelle auf Huelle. Audacity 4 nimmt diese getrennten Modi weg und laesst Funktionen nach Lage erscheinen: Ein Klick auf den Kopf eines Abschnitts waehlt ihn, Umschalttaste und Klick nehmen mehr dazu, und mehrere gewaehlte Abschnitte bewegen, beschneiden und dehnen sich dann gemeinsam.

Auch das Teilen bekam eine eigene Geste: S halten und die Welle oder einen Abschnittskopf anklicken, und der Schnitt sitzt dort. Ausschneiden und Loeschen teilen sich je in zwei Arten, eine laesst eine Luecke, die andere zieht spaeteres Material nach vorn, sodass die zeitliche Ordnung nicht mehr von Hand ausgerichtet werden muss. Abschnitte wandern zudem zwischen Mono- und Stereospuren, und wer einen auf einen anderen fallen laesst, ersetzt den ueberlappenden Teil, statt sich nicht zu ruehren.
Gruppen binden eine ganze Struktur zusammen
Die uebliche Plage in einem Podcast mit vielen Spuren: Der Anfang besteht aus drei Lagen, Musik, Stimme und Klaengen, und das Ganze zwei Sekunden spaeter zu setzen heisst, jede einzeln zu ziehen. Audacity 4 erlaubt, diese Abschnitte zu einer Gruppe zu binden, wonach Bewegen, Kopieren, Einfuegen und Vervielfaeltigen die Gruppe mitnehmen und die Lage innerhalb unveraendert lassen. Wer einen allein anfassen will, loest zuerst die Gruppe.
Drei Arbeitsbereiche und drei Erscheinungsbilder
Drei Arbeitsbereiche kommen eingebaut. Modern zielt auf mehrspurige Arbeit um Stimmen herum und laesst nur gaengige Knoepfe in der Leiste; Classic bewahrt die Anordnung, die lange Nutzer kennen; Music neigt zur Produktion, mit einem Lineal, das standardmaessig in Takten laeuft. Man kann auch selbst eine Anordnung bauen und fuer spaeter sichern. Das Erscheinungsbild bietet hell, dunkel und hohen Kontrast, mit einstellbarer Betonfarbe, Spurenfarbe und Abschnittsart, und der hohe Kontrast ist fuer Menschen mit schwachem Sehen gedacht.
Das Format der Vorhaben wird aup4
Das neue Format heisst aup4. Wer ein aelteres Vorhaben im Format aup3 oeffnet, laesst Audacity zuerst umwandeln, die urspruengliche Datei bleibt unberuehrt, und die umgewandelte Kopie liegt im neuen Format. Nach der Umwandlung gibt es kein Zurueckspeichern in aup3, also sollte pruefen, wer in einer Zusammenarbeit vom alten Format abhaengt, ob die andere Seite aup4 lesen kann. Noch aeltere Vorhaben lassen sich weiterhin einlesen. Neben dem Ton traegt ein Vorhaben jetzt Vorschaubilder und die Daten zu Abschnitten und Aussehen, die nur die neue Fassung versteht.
Aufnahme, Pegel und Erweiterungen
Jeder Spurkopf traegt nun einen laufenden Pegelanzeiger, der beim Aufnehmen den Eingang zeigt und sonst den Wiedergabepegel, sodass Mischen nicht mehr auf das Ohr angewiesen ist. Aufnahme kann an jeder Stelle der Zeitachse beginnen und erzeugt genau dort einen Abschnitt; der Abspielkopf bleibt beim Navigieren sichtbar, und wer ihn woanders hinzieht, setzt dort fort. Das Feld fuer die Toneinstellungen ist neu gebaut und kann die Standardgeraete des Systems auflisten, die Liste auffrischen und Kanaele eigenen zuordnen. Amtliche Windows-Baute bringen Wiedergabe und Aufnahme ueber ASIO mit. Bei den Erweiterungen gibt es VST3 und Nyquist, unter Linux zusaetzlich LV2, unter macOS Audio Units, und bringt eine Erweiterung keine eigene Oberflaeche mit, erzeugt Audacity aus ihren Werten einen Satz Bedienelemente.
Was die Ausgabe 4.0.1 zurueckholte
Die erste Ausgabe erschien am 3. September 2026, die Korrektur folgte am 30. September. Die zwei soliden Punkte: Der Mehrfachexport ist zurueck, sodass jede Spur oder jeder markierte Bereich als eigene Datei ausgegeben wird, und eine tragbare Windows-Fassung gibt es wieder, entpacken und starten. Dazu kamen die Kurzbefehle von Audacity 3 zurueck, das Feld fuer Vorhaben in der Wolke bekam einen Eintrag zum Oeffnen im Dateiverwalter, und die Punkte des Karussells auf dem Begruessungsschirm lassen sich anklicken.
Unter den Korrekturen sind mehrere fuer den Alltag wichtig: ein Vorhaben, das nach einem gescheiterten Sichern beschaedigt blieb; vertauschte Abschnitte beim Umwandeln eines Vorhabens im Format aup3; Vorhaben, die sich nicht oeffnen liessen, wenn ein Dateiname oder Ordner Zeichen ausserhalb von ASCII enthielt; ein Start, der scheiterte, solange die smarte Anwendungskontrolle des Systems an war; und ein AppImage, das sich auf manchen Linux-Verteilungen nicht einrichten oder starten liess. Ein Absturz beim Ziehen von Abschnitten ueber Spuren ist ebenfalls behoben, und mit vielen laufenden Effekten zieht es sich schneller.
Was noch nicht zurueck ist

Das Projekt hat in der Anmerkung zur ersten Ausgabe aufgezaehlt, was nicht in die 4.0 kam und spaeter folgen soll: Zeitspuren, Noten- und MIDI-Spuren, die Mischung, den Verwalter fuer Ablaeufe samt Skriptstrecke, die Aufnahme von VAMP und LADSPA und Wiedergabe mit wechselnder Geschwindigkeit. Die Korrektur holte den Mehrfachexport; der Rest steht weiter an. Wer taeglich auf MIDI-Anordnung oder Skripte im Stapel angewiesen ist, bleibt vorerst ruhiger auf der aelteren Linie.
Von der vorigen Linie bis 4.0 hat Audacity mehr als die Haut gewechselt: Der Bau in Qt bringt andockbare Felder und Arbeitsbereiche, das neue Abschnittsmodell macht aus dem Umschalten von Werkzeugen ein direktes Anklicken, und aup4 ordnet die Daten der Vorhaben von Grund auf neu. Mit zurueckgeholtem Mehrfachexport und tragbarer Fassung traegt diese neue Oberflaeche den taeglichen Umgang mit Podcast und Stimme bereits.