Geld zuerst in Umschlaege: Actual Budget und der Vorrang der lokalen Daten

Zusammenfassung

Ein Budget aus Umschlaegen: Nur Geld, das wirklich angekommen ist, laesst sich zuteilen, und wer zu viel ausgibt, nimmt aus einem anderen Umschlag. Die Daten liegen lokal, der Abgleich laeuft ueber einen selbst betriebenen Server, und das Hauptbuch bleibt dort verschluesselt.

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Name
Actual Budget
Version
26.9
Preis
Kostenlos
Open Source
Open Source
Betriebssystem
WindowsmacOSLinux
Aktualisiert
2026-10-06 15:38

Das Umschlag-Denken

Wer nach Umschlaegen wirtschaftet, gibt jedem Zweck einen eigenen Umschlag und fuellt ihn ausschliesslich mit Geld, das bereits auf dem Konto liegt. Nicht mit dem, was diesen Monat noch erwartet wird. Bei 3000 Euro Kontostand lassen sich also nur 3000 Euro verteilen, auch wenn am Monatsende das Gehalt noch kommt. Das klingt streng, ist aber genau die Stelle, an der viele andere Ansaetze kippen, weil sie mit Geld planen, das noch nicht existiert.

Laeuft ein Umschlag ueber, muss der Betrag aus einem anderen Umschlag kommen, und das Programm verlangt eine Entscheidung, statt still umzubuchen. Diese kleine Reibung ist Absicht, denn sie macht sichtbar, was ein Ueberzug wirklich kostet und welcher andere Wunsch dafuer zuruecksteht.

Umschlaege mit bereits verteiltem Geld

Die Daten bleiben zu Hause

Der Kern ist eine lokale Datenbank. Buchungen, Umschlaege und Auswertungen liegen auf der eigenen Festplatte, und die Arbeit laeuft ohne Netz weiter. Fuer Windows, macOS und Linux gibt es offizielle Desktop-Programme, die dieselbe Datenbasis lesen, sodass ein Rechnerwechsel ueber eine Datei und nicht ueber ein Konto im Netz geht.

Wer mehrere Geraete zusammenhalten will, betreibt einen eigenen kleinen Synchronisationsdienst. Die Uebertragung ist Ende zu Ende verschluesselt, auf dem Server liegt nur unlesbarer Text, und selbst wer die Instanz betreibt, sieht keine Betraege. Der Quellcode steht unter einer freizuegigen Lizenz, niemand ist also auf das Wohlwollen eines Anbieters angewiesen. Damit laesst sich die Frage, wo die eigenen Finanzdaten liegen, klar beantworten.

Import statt Abtippen

Der Umstieg ist der Punkt, an dem die meisten Haushaltsbuecher scheitern. Hier gibt es fertige Leser fuer die Dateien anderer Werkzeuge, dazu Unterstuetzung fuer QIF, OFX, QFX, CAMT.053 und gewoehnliche CSV-Tabellen. Entscheidend ist der Umgang mit Umbuchungen: Wer Geld vom Giro- auf das Sparkonto schiebt, sieht zwei Zeilen, und das Programm erkennt sie als zwei Seiten desselben Vorgangs, statt eine Ausgabe und eine Einnahme daraus zu machen. Ohne diese Erkennung sind alle Auswertungen nach dem ersten Import schief.

Vor dem eigentlichen Einlesen laesst sich die Datei durchsehen, Spalten zuordnen und der Zeitraum eingrenzen, damit alte Buchungen nicht doppelt landen. Wer schon einmal einen halben Nachmittag damit verbracht hat, Dubletten von Hand zu loeschen, weiss diesen Schritt zu schaetzen.

Auswertung nach dem Import der Kontoauszuege

Berichte und eigene Auswertungen

Mitgeliefert sind eine Vermoegensuebersicht ueber alle Konten und eine Darstellung von Mittelherkunft und Mittelverwendung. Beides reicht fuer den Alltag, ist aber nicht das Ende: Ein Berichtsbaukasten erlaubt eigene Fragen, etwa Ausgaben je Umschlag ueber zwoelf Monate oder die Entwicklung einzelner Kategorien. Wer eine Auswertung baut, die kein fertiger Bericht beantwortet, speichert sie einmal und hat sie ab dann jeden Monat.

Automatischer Abgleich und seine Grenzen

Fuer Haushalte in Europa und Nordamerika lassen sich Konten ueber zwei offene Bankdienste anbinden, dann kommen Umsaetze von selbst herein. In anderen Regionen bleibt der Weg ueber exportierte Dateien, und das ist kein Mangel, sondern oft die verlaesslichere Variante: Der Abgleich laeuft ueber einen Stichtag, den man selbst setzt, und niemand muss Zugangsdaten an einen Dritten geben. Wer beides kennt, weiss, dass die Automatik bequem ist und der Dateiweg ruhiger.

Version 26.9 und die Kommandozeile

Die Fassung 26.9 vom 1. September 2026 bringt eine Verwaltung der Spalten in Listen und eine Einfuehrung, die neue Nutzer durch die ersten Schritte fuehrt. Der Zuspruch ist inzwischen ordentlich, mehr als 28.000 Sterne auf der Plattform, auf der der Quellcode liegt. Seit 26.7 ist ausserdem das Kommandozeilenwerkzeug kein Beiwerk mehr, sondern ein vollwertiger Teil: Wer Buchungen aus Skripten heraus pruefen oder regelmaessige Vorgaenge anlegen will, muss die Oberflaeche nicht mehr anfassen.

Fuer wen sich der Wechsel lohnt

Wer seine Finanzdaten nicht in eine fremde Datenbank geben will, aber auf Umschlaege und Berichte nicht verzichten moechte, findet hier einen der wenigen Kandidaten, bei denen beides zusammenpasst. Der Preis ist ein wenig Eigenarbeit beim Aufsetzen, und wer automatischen Abgleich in einer Region ohne offene Bankschnittstelle erwartet, wird enttaeuscht. Dafuer bleibt die Datei eine Datei, und das ist auf lange Sicht mehr wert als jede Bequemlichkeit.

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Unterstützte Systeme: Windows macOS Linux