Tickmate reduziert Gewohnheiten auf einen Tipper

Zusammenfassung

Viele Gewohnheits-Apps stapeln Aufgaben, Punkte, Stufen und Ranglisten, und je voller die Liste, desto teurer wird das Dranbleiben. Dieses Werkzeug geht den umgekehrten Weg. Eine Gewohnheit hat pro Tag ein Feld, erledigt heisst antippen, sonst bleibt es leer. Serien, Wochentagsverteilung und ein Balkenbild sind dabei, die Daten bleiben auf dem Geraet, ein Konto braucht es nicht.

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Name
Tickmate
Version
1.4.15
Preis
Kostenlos
Open Source
Open Source
Betriebssystem
Android
Aktualisiert
2026-10-06 20:34

Eine Gewohnheit auf einen Tipper zusammendruecken

Das uebliche Muster in Gewohnheits-Apps ist ein Turm. Erst kommen Aufgaben, dann Punkte, dann Stufen, dann eine Rangliste unter Freunden, und jeder Zusatz erhoeht den Preis dafuer, morgen wieder aufzutauchen. Dieses Werkzeug nimmt die Gegenposition ein. Es nennt sich ein Ein-Bit-Tagebuch, und genau das ist es: jede Gewohnheit besitzt ein Feld pro Tag. Erledigt heisst antippen. Nicht erledigt heisst leer lassen. Es gibt keinen Text zu tippen, kein Notizfeld, das nach dem Zusammenhang fragt, keinen Einrichtungsassistenten. Oeffnen, druecken, verlassen. Drei Sekunden, und der Tag ist vermerkt.

Ansicht

Fuer jemanden, dessen eigentliche Frage klein ist, passt diese Koernung genau. Habe ich heute Zahnseide benutzt. War ich laufen. Habe ich zehn Seiten gelesen. Ein Werkzeug, das nur diese Fragen beantwortet und sonst nichts, ist kein schlechteres Produkt, sondern ein passenderes. Auf dem Bildschirm bleibt Platz fuer einen grossen Knopf und wenig anderes, und damit bleibt auch nichts, womit man sich beschaeftigen koennte, statt die Sache zu tun.

Schlichte Erfassung, Statistik ohne Luecke

Man sollte die Einfachheit der Eingabe nicht mit einem Mangel an Rueckblick verwechseln. Die Monatsansicht fuellt einen ganzen Monat mit Farbe, sodass eine lange Serie und der Tag, an dem sie brach, sofort sichtbar sind. Die Verteilung nach Wochentagen beantwortet die unangenehme Frage, ob Mittwoch immer die schwache Stelle ist. Ein Balkenbild zeigt den langfristigen Verlauf statt der letzten sieben Tage, und das ist die Ansicht, die tatsaechlich sagt, ob eine Gewohnheit geblieben ist.

Ansicht

Jede Gewohnheit bekommt einen eigenen Namen, ein Zeichen und eine Farbe, laesst sich in Gruppen ordnen und kann eine taegliche Erinnerung zu einer gewaehlten Zeit tragen. Die Eintraege liegen in einer lokalen Datenbankdatei, weshalb sie sich fuer eine Sicherung ausgeben oder in einer Tabellenkalkulation genauer ansehen lassen. Es gibt kein Konto, keine Wolke und keinerlei Hochladen. Das Projekt steht unter der GPL und kommt ueber F-Droid auf das Geraet, sodass die ganze Kette vom Quelltext bis zum Telefon nachpruefbar bleibt.

Der Grund fuer die drei Sekunden wird klar, sobald man ein oder zwei solcher Werkzeuge aufgegeben hat. Eine Gewohnheit beim Erfassen bricht aus demselben Grund wie jede andere: sobald sie mehr kostet als sie zurueckgibt, hoert sie auf. Ein Formular, das nach Stimmung, Dauer und Projekt fragt, macht aus einer Bestaetigung von zwei Sekunden eine kleine Pflicht, und die Pflicht ist das, was an einem schlechten Tag zuerst ausfaellt. Nimmt man die Fragen weg, uebersteht die Bestaetigung auch solche Tage, und genau dann ist ein Eintrag am meisten wert.

Die andere Haelfte des Arguments betrifft das, was danach mit dem Eintrag geschieht. Eine lokale Datei wirkt langweilig neben einer Anzeige in der Wolke, bis man sie bewegen, mit einem anderen Programm lesen oder zehn Jahre aufbewahren will. Eine Datenbank auszugeben bedeutet, dass die Geschichte in einer Form erhalten bleibt, die das Programm ueberlebt, und ohne Konto gibt es auch keinen Zugang, den man verlieren koennte. Fuer ein Werkzeug, das taeglich einen Tipper verlangt, ist das eine stimmige Haltung und keine Werbezeile.

Das Kluge daran ist die Subtraktion: Gewohnheiten reduziert auf eine Bestaetigung pro Tag. Je leichter das Werkzeug, desto eher bleibt die Gewohnheit. Das Erfassen sollte nie zu der Last werden, die es messen wollte.

Ansicht

Die Grenzen verdienen dieselbe Klarheit. Es laeuft nur unter Android. Der Rhythmus der Fassungen ist langsam, und die Gemeinschaft sucht offen nach Menschen, die die Pflege teilen. Es gibt keinen Abgleich ueber das Netz, ein Geraetewechsel bedeutet also, die Datenbank auszugeben und die Datei mitzunehmen. Und gebaut ist es fuer Gewohnheiten, die entweder geschehen sind oder nicht. Mengen wie Schritte oder Minuten liegen ausserhalb des Bereichs, und sie hineinzuzwingen wuerde die ganze Idee zerstoeren.

Wenn das Beduerfnis wirklich diese schlichte Frage ist, ob der heutige Tag gezaehlt hat, dann ist dies vielleicht die ruhigste und zurueckhaltendste Antwort ihrer Klasse. Es verlangt einen Tipper und gibt ein Jahr voller Punkte zurueck, und es verlangt nie ein Profil, bevor man das eigene Leben sehen darf.

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Unterstützte Systeme: Android