mpv: ein schlanker Kommandozeilen-Player mit ernsthafter Bildausgabe

Zusammenfassung

mpv ist ein freier quelloffener Mediaplayer rund um die Kommandozeile, mit bewusst minimaler Oberflaeche und einer Bildausgabe mit Farbmanagement, Interpolation und HDR. Version 0.41.0 setzt gpu-next als Standard.

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Name
mpv
Version
0.41
Preis
Kostenlos
Open Source
Open Source
Betriebssystem
WindowsmacOSLinuxAndroid
Webseite
https://mpv.io/
Aktualisiert
2026-10-11 20:24

Ein Player, der auf ein Bild und einen schmalen Streifen Bedienelemente reduziert ist, braucht dahinter ein hartes Selbstvertrauen.

Ein Player, der bei der Kommandozeile beginnt

mpv ist ein freier, quelloffener und plattformuebergreifender Mediaplayer. Die offizielle Beschreibung verwischt den Punkt nicht: Es ist ein Player rund um die Kommandozeile, mit Unterstuetzung fuer sehr viele Dateiformate, Audio- und Videocodecs sowie Untertiteltypen. Die Wiedergabe ist die Aufgabe des Players, die Steuerung die der Kommandozeile.

Die Oberflaeche folgt derselben Logik. Offiziell ist der Player bewusst minimal, eine vollstaendige grafische Oberflaeche ist nicht das Ziel, und ueber dem Bild liegt nur eine kleine Leiste fuer Grundfunktionen. Dieser Verzicht haelt Groesse und Startzeit klein und erlaubt eine Konfiguration in einer Datei, die mitwandert.

Ansicht

Was auf der Bildseite passiert

Bildqualitaet ist der Bereich, in den mpv am meisten steckt. Die offizielle Liste nennt drei Grafik-Schnittstellen, OpenGL, Vulkan und D3D11, und sagt, die Ausgabe decke ab, was Liebhaber schaetzen: Skalierung mit gaengigen hochwertigen Algorithmen, Farbmanagement, Frame-Timing, Interpolation und HDR. Wechselt der Bildschirm, wechseln diese Einstellungen mit, ohne den Player zu tauschen.

Wer den Player zum ersten Mal startet, sieht tatsaechlich nur ein Fenster. Die Bedienung liegt in Tastenkuerzeln und Optionen, die sich in einer Datei ablegen lassen. Genau darin liegt der Unterschied zu Playern mit Menues: Was einmal eingestellt ist, bleibt, und ein Profil laesst sich sichern oder zwischen Rechnern tauschen.

Hardwaredekodierung ist die zweite Linie. Offiziell ruft er auf jeder Plattform die meisten Schnittstellen zur Hardwaredekodierung auf, und diese laesst sich zur Laufzeit einschalten, ohne Neukompilieren oder Neustart. Auf einem Notebook entscheidet dieser Punkt ueber Stromverbrauch und Temperatur bei langen Wiedergaben. Weil die Konfiguration in Textdateien liegt, laesst sie sich zudem versionieren und zwischen Rechnern mitnehmen; eine zweite Maschine bekommt das eigene Profil statt einer neuen Suche nach jeder Option.

Punkt

Offizielle Angabe

Bedienung

Kommandozeile zuerst, nur eine kleine Leiste ueber dem Bild

Formate

sehr viele Dateiformate, Codecs und Untertiteltypen

Videoausgabe

auf OpenGL, Vulkan und D3D11

Bildfunktionen

hochwertige Skalierung, Farbmanagement, Frame-Timing, Interpolation, HDR

Hardwaredekodierung

die meisten Plattformschnittstellen, zur Laufzeit aktivierbar

Standard in 0.41.0

gpu-next auf libplacebo, Hardwaredekodierung ueber Vulkan

Zum Veraendern gedacht, zum Einbetten gebaut

Skripte machen den Player zu einem programmierbaren Werkzeug. Offiziell seien die Skriptfaehigkeiten stark genug, damit der Player fast alles erledigen kann, und im Projekt-Wiki liegt eine grosse Sammlung von Nutzerskripten. Kontextmenues, Tastenbelegung und das Verhalten der Wiedergabeliste lassen sich damit ergaenzen.

Das Einbetten geht weiter. Die C-API war von Anfang an so entworfen, dass mpv als Bibliothek dienen kann, was die Integration in andere Anwendungen erleichtert. Er laeuft allein und kann zugleich als Wiedergabekern in fremder Software stecken. Version 0.41.0 macht gpu-next auf Basis von libplacebo zur Standardausgabe, schickt die Hardwaredekodierung bevorzugt ueber Vulkan und verlangt FFmpeg 6.1 oder neuer sowie libplacebo 6.338.2 oder neuer.

Der Wert eines Players, der seine Schnittstellen weit offen laesst, liegt meist nicht in ihm selbst, sondern in dem, was andere damit bauen.

Ein paar Hinweise. Haeufig benutzte Parameter in eine Konfigurationsdatei schreiben, statt sie jedes Mal zu tippen. Auf einem Notebook zuerst pruefen, ob die Hardwaredekodierung zur Laufzeit aktiv ist, und erst dann an Bildoptionen drehen. Und wer Stapelverarbeitung braucht oder in ein eigenes Programm einbetten will, liest die Kapitel zu Kommandozeile und C-API in der offiziellen Dokumentation statt in Anleitungen von Dritten; das spart Zeit.

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Unterstützte Systeme: Windows macOS Linux Android