Concepts im Test: eine unendliche Flaeche, auf der jeder Strich editierbar bleibt
Zusammenfassung
Concepts behandelt jede Linie als eigenes Objekt, ein Strich laesst sich also lange nach dem Zeichnen neu gewichten oder umfaerben. Perspektivraster, Objektsammlung und eine Flaeche ohne Raender machen daraus ein ernstes Werkzeug fuer die Ideensuche.
Empfehlen- Name
- Concepts
- Version
- 20260923
- Preis
- Kostenlos
- Open Source
- Proprietär
- Betriebssystem
- iOSAndroidWindowsChromeOS
- Webseite
- https://concepts.app/
- Aktualisiert
- 2026-10-07 21:26
Jeder Strich behaelt einen Ausweg
Auf Papier wird eine falsche Linie wegradiert und neu gezogen. Auf einer digitalen Flaeche bieten die meisten Werkzeuge dasselbe mit einem anderen Wort an: loeschen, rueckgaengig, neu anfangen. Concepts geht weiter und behandelt jeden Strich als eigenes Objekt. Eine grobe Kurve zeichnen und danach entscheiden, dass sie dicker, dunkler oder andersfarbig sein soll, und die Aenderung trifft diese Linie und keine andere. Weil die Farbe vektoriell ist und nicht aus Bildpunkten besteht, laesst sich eine Skizze Stunden spaeter neu proportionieren, ohne dass die Raender verschmieren, und eine Gruppe ausgewaehlter Linien laesst sich gemeinsam verschieben oder skalieren.

Diese eine Entwurfsentscheidung veraendert, wie sich die fruehe Phase eines Projekts anfuehlt. Die Angst beim Skizzieren ist, sich zu frueh festzulegen und etwas zu zeichnen, das fertig aussieht, waehrend die Idee noch in Bewegung ist. Hier koennen die Linien zuerst geworfen und erst danach mit Charakter versehen werden, das Denken wird also nicht vom Werkzeug blockiert. Dieselbe Freiheit hilft, wenn jemand eine Variante verlangt: Ebene duplizieren, anpassen, und beide Fassungen stehen nebeneinander.
Funktionen aus der Berufspraxis
Das Werkzeugset liest sich, als haetten es Leute zusammengestellt, die beruflich Gebaeude und Produkte skizzieren. Perspektivraster setzen Fluchtpunkte und lassen Linien daran einrasten, was aus einer schnellen raeumlichen Idee etwas mit glaubwuerdiger Tiefe macht. Eine Objektsammlung speichert Formen, die man immer wieder zeichnet, als Stempel, sodass ein Stuhl, eine Schraube oder eine Standardplatte eingesetzt statt neu gezeichnet wird. Importierte PDF-Zeichnungen lassen sich direkt beschriften, was der Art entspricht, wie Besprechungen ablaufen, und die Ausgabe schreibt Vektorformate, damit die Skizze in einer schwereren Designanwendung weitergehen kann.

Die Flaeche selbst hat keine Raender, ein Projekt waechst also in die Richtung, in die das Denken geht. Ein Brett kann die erste Kritzelei, den verfeinerten Aufriss und die Notizen einer Sitzung gleichzeitig tragen, alles durch Schieben erreichbar statt durch Suchen in Dateien. Telefone, Tablets, Rechner und Geraete mit ChromeOS sind abgedeckt, was fuer den Moment zaehlt, in dem ein Einfall im Berufsverkehr kommt: Das Telefon kommt heraus, der Gedanke wird festgehalten, und dieselbe Zeichnung oeffnet sich spaeter auf einem groesseren Bildschirm mit Stift.
Ein Detail aus der Praxis lohnt sich abzuschauen: ein Brett pro Projekt statt eines pro Zeichnung. Leerer Raum kostet hier nichts, also koennen die grobe Fassung, die korrigierte Fassung und die drei verworfenen Varianten alle im Blick bleiben. Wird eine Entscheidung sechs Wochen spaeter angezweifelt, liegt die Begruendung noch auf dem Brett statt in einem Ordner mit Versionsnummern im Dateinamen.
Concepts definiert neu, was eine Skizze ist: nicht ein grober Entwurf auf dem Weg zur endgueltigen Antwort, sondern eine lebendige Gedankenlinie. Jeder Strich waechst weiter, bis man entscheidet, dass er genug ist.

Wie man schnell Nutzen daraus zieht
Die Kombination, die am schnellsten etwas einbringt, ist ein druckempfindlicher Stift auf einem Tablet, weil die Linienstaerke dann auf den Druck reagiert und nicht auf einen Schieber. Das Telefon bleibt am besten fuer das Festhalten: eine kurze Notiz, eine Proportionspruefung, ein Referenzfoto mit Pfeilen darauf. Eine eigene Stempelsammlung aufzubauen ist die zweite Gewohnheit mit hohem Ertrag, denn die Formen, die man am haeufigsten zeichnet, sind fast immer dieselben zwoelf.
Die kostenlose Nutzung deckt das Kern-Erlebnis ab, zusaetzliche Pinsel und Pakete werden getrennt verkauft fuer Leute, die sie brauchen, also zuerst das Zeichengefuehl bewerten und dann kaufen. Die Vektordatei vor einer Besprechung ausgeben und nicht danach, denn die Faehigkeit, jemandem eine saubere Datei zu reichen, trennt eine Skizze von einer Kritzelei. Und das erste Brett ruhig unordentlich lassen: Der Wert einer unendlichen Flaeche liegt darin, den ganzen Weg zu sehen, einschliesslich der falschen Abzweigungen, die zum richtigen gefuehrt haben.