Clonezilla 3.3.3-15: eine Platte tauschen, ohne irgendetwas neu zu installieren
Zusammenfassung
Clonezilla ist ein freies Programm zum Abbilden und Klonen von Datenträgern, das nur die belegten Blöcke liest und schreibt. Abbilder werden dadurch kleiner und Sicherungen schneller; es deckt ext4, NTFS, APFS und mehr ab und taugt für den Plattentausch wie für die Bare-Metal-Sicherung.
Empfehlen- Name
- Clonezilla
- Version
- 3.3.3-15
- Preis
- Kostenlos
- Open Source
- Open Source
- Betriebssystem
- Windows
- Webseite
- https://clonezilla.org/
- Aktualisiert
- 2026-10-05 13:47
Eine Festplatte zu tauschen geht leichter, indem man die ganze Platte hinüberbewegt, als indem man Betriebssystem und jede Anwendung darauf neu installiert. Clonezilla macht genau das. Die Projektseite bezeichnet es als Programm zum Abbilden und Klonen von Partitionen und Datenträgern und nennt als Zweck die Systemverteilung, die Bare-Metal-Sicherung und die Wiederherstellung. Die auf der Downloadseite genannte stabile Fassung ist 3.3.3-15 und baut auf einer Linux-Distribution auf; eine zweite stabile Ausgabe mit der Nummer 20260705-resolute steht auf einer anderen Verteilungsbasis, und der Testzweig ist bereits bei 3.3.3-37 angelangt.

Nur die belegten Blöcke wandern
Die zentrale Entwurfsentscheidung steht auf der Startseite: gesichert und zurückgespielt werden nur die auf der Platte belegten Blöcke. Daraus folgen unmittelbar zwei Vorteile. Ein Abbild trägt keine leeren Blöcke mit sich, fällt also deutlich kleiner aus als eine sektorweise Kopie der ganzen Platte, und die Zeit für Sicherung und Rückspielen sinkt mit. Darunter erledigt standardmäßig ein Werkzeug auf Blockebene das Abbilden und Klonen der Partitionen; bei einem Dateisystem, das das Programm nicht versteht, geht es auf eine reine sektorweise Kopie zurück.
Der Unterschied ist im Alltag gut zu spüren. Eine halb gefüllte Platte erzeugt kein Abbild in der Größe der Platte mehr, sodass dieselbe Netzwerkfreigabe mehrere Generationen von Sicherungen aufnimmt statt nur einer, und eine Wiederherstellung, die früher einen Nachmittag kostete, passt in eine Kaffeepause. Was sich nicht ändert, ist die Obergrenze: was tatsächlich gespeichert ist, muss mitwandern, und Kompression bringt nur begrenzt etwas.
Die Abdeckung der Dateisysteme ist der zweite harte Wert
Die Liste auf der Projektseite nennt auf der Linux-Seite ext2, ext3, ext4, reiserfs, reiser4, xfs, jfs, btrfs, f2fs und nilfs2; auf der Windows-Seite FAT12, FAT16, FAT32, exFAT und NTFS; auf der Apple-Seite HFS+ und APFS; dazu UFS aus der BSD-Familie, minix sowie VMFS3 und VMFS5 auf Unternehmensvirtualisierungsplattformen. LVM2 und LUKS liegen ebenfalls im unterstützten Bereich, sowohl MBR als auch GPT funktionieren als Partitionsschema, und gängige Startprogramme lassen sich anschließend neu schreiben.
Diese Breite trennt ein Klonwerkzeug von einem Notfallkniff. Eine Maschine lässt sich erfassen, ohne vorher zu fragen, welches Dateisystem ursprünglich auf ihr lag, und eine gemischte Umgebung braucht nicht pro Plattform ein eigenes Verfahren. Dass sich der Startvorgang neu schreiben lässt, hat denselben schlichten Grund: eine wiederhergestellte Platte, die nicht startet, ist keine wiederhergestellte Platte.
Drei Ausgaben, zwei Größenordnungen

Das Produkt teilt sich dreifach. Clonezilla live zielt auf eine einzelne Maschine: von einem optischen Datenträger oder einem USB-Stick starten und über Unicast sichern oder zurückspielen. Clonezilla lite server und SE zielen auf die Massenverteilung und klonen mehr als vierzig Rechner gleichzeitig, wobei lite server Unicast, Broadcast, Multicast und Punkt-zu-Punkt-Verteilung abdeckt und SE Unicast, Broadcast und Multicast. Die Projektseite hält eine Messung fest: auf hochwertiger Hardware in einem Cluster mit 42 Knoten erreichte die Multicast-Wiederherstellung 8GB pro Minute.
Wo das Abbild liegt, ist ebenso flexibel. Es kann auf einer lokalen Platte bleiben oder direkt auf einen entfernten Server gehen, der über SSH, eine Freigabe, NFS oder WebDAV erreichbar ist. Auf der Sicherheitsseite lässt sich das Abbild selbst verschlüsseln, und Zugriff, Speicherung und Übertragung der Daten lassen sich mit AES-256 schützen.
Die Einstiegshürde und ein paar Grenzen

Die Hardware-Hürde ist verblüffend niedrig. Die Projektseite verlangt einen x86- oder x86-64-Prozessor, 196MB Arbeitsspeicher und ein einziges Startgerät, das ein optisches Laufwerk, ein USB-Anschluss, PXE oder eine Festplatte sein darf. Die Lizenz ist die GNU General Public License in Version 2.
Die Grenzen stehen auf derselben Seite und gehören vor dem ersten Anstecken gelesen. Die Zielpartition muss gleich groß oder größer als die Quelle sein. Inkrementelle und differenzielle Sicherungen sind nicht umgesetzt. Auch das Abbilden und Klonen im laufenden Betrieb ist nicht umgesetzt, die betreffende Partition muss also zuvor ausgehängt werden. Dem Abbildformat geschuldet, lässt sich ein Abbild weder durchsuchen noch einhängen, eine einzelne Datei ist ihm also nicht zu entnehmen. Dient ein optischer Datenträger als Wiederherstellungsmedium, müssen derzeit alle Dateien auf diesen einen Datenträger passen. Und wo eine Maschine mit eingeschaltetem UEFI-Secure-Boot startet, ist die AMD64-Ausgabe die richtige.
Zusammengelesen beschreiben diese Punkte die Gestalt des Werkzeugs, nicht seine Mängel. Es arbeitet an Platten, die stillstehen, und startet deshalb von außen statt in dem System zu laufen, das es gerade kopiert. Ein Werkzeug, das nicht in ein Abbild hineingreifen kann, um eine Datei herauszuholen, ist zugleich eines, dessen Abbildformat schlicht genug bleibt, um es Jahre später noch zurückzuspielen.
Eine ganze Platte nach den belegten Blöcken packen, komprimieren, auf Netzwerkspeicher werfen und am Tag X wieder auf eine neue Platte legen. Clonezilla 3.3.3-15 macht aus dieser Folge eine Kette von Auswahlschritten in einem Startmedium. Kostenlos, quelloffen und gegenüber Hardware fast gleichgültig, bleibt es die Option, an der beim Plattentausch oder bei einer Bare-Metal-Sicherung kaum ein Weg vorbeiführt.