Qt 6.4: C++-Framework, IDE und eine deklarative Sprache
Zusammenfassung
Qt ist ein plattformübergreifendes C++-Framework für grafische und nicht-grafische Programme, zusammen mit der IDE Qt Creator und der deklarativen Sprache QML.
Empfehlen- Name
- Qt
- Version
- 6.4
- Preis
- Kostenpflichtig
- Open Source
- Open Source
- Webseite
- https://www.qt.io/
- Aktualisiert
- 2026-10-06 05:19
Drei Dinge unter einem Namen
Qt wird oft besprochen, als wäre es ein Produkt. Es sind eigentlich drei: ein C++-Framework zum Bauen von Anwendungen, eine integrierte Entwicklungsumgebung namens Qt Creator und eine deklarative Sprache namens QML, die eine Oberfläche beschreibt, statt sie zu programmieren. Die hier beschriebene Version ist 6.4.
Das Framework stammt von 1991, entstanden bei Qt Company, und es ist um eine Entscheidung herum gebaut, die es bis heute prägt: einmal schreiben, und die Unterschiede zwischen den Plattformen darunter klären lassen. Deshalb kann derselbe Quelltext auf mehreren Desktop-Systemen ein Fenster erzeugen, ohne für jedes einen eigenen Pfad zu brauchen.

Ein GUI-Toolkit, das nicht nur ein GUI-Toolkit ist
Der offensichtliche Einsatz ist ein grafisches Programm: Fenster, Steuerelemente, Dialoge, eine Menüleiste. Der weniger offensichtliche ist, dass dasselbe Framework Programme ganz ohne Oberfläche baut – Konsolenwerkzeuge, Dienste, serverseitige Software. Ein Team, das das Framework schon kennt, muss seine Gewohnheiten, seine Build-Dateien und seine Fehlerbehandlung nicht wechseln, wenn sich das nächste Stück als Hintergrunddienst herausstellt statt als Anwendung mit Fenster.
Die Eigentümerschaft wechselte zweimal, und beides gehört zur Geschichte statt zum Klatsch: Nokia übernahm das Unternehmen im Jahr 2008, und 2012 ging es an Digia, eine finnische Firma. Das Framework hat beide Übergänge überlebt – für ein Toolkit mit zwanzig Jahren Spanne ist das die relevantere Tatsache.
Die IDE, die mit der Übernahme kam
Qt Creator entstand nach der Nokia-Übernahme: eine plattformübergreifende Umgebung für Qt, damals als leichtgewichtig beschrieben, im Gegensatz zu den schweren Umgebungen, die das ganze Projekt besitzen wollten. Sie läuft unter Linux, Mac OS und Windows und zielt auf mehr als ein Ziel – Desktop-Software und, aus demselben Projekt, Anwendungen für Android und für Apples Plattformen.

QML, wo die Oberfläche beschrieben wird
QML ist eine deklarative Skriptsprache, und ihre Dateien enden auf .qml. Deklarativ heißt: Die Datei sagt, was die Oberfläche ist – hier ein Rechteck, dort eine Spalte von Elementen, ein Übergang, wenn sich dieser Wert ändert –, statt die Befehle auszugeben, die sie aufbauen würden. Die Syntax lehnt sich bewusst an CSS an, sodass der Layout-Teil auch für Leute lesbar ist, die Webseiten schreiben statt Desktop-Anwendungen.
QML nimmt außerdem JavaScript an, und so wird Verhalten an die Beschreibung gehängt. Die Engine dahinter hängt von Google V8 ab: einer in C++ geschriebenen Open-Source-JavaScript-Engine, die in Node.js, in Chrome und in Chromium steckt. Eine JavaScript-Engine ist eine virtuelle Maschine zum Ausführen von JavaScript, normalerweise in einem Browser mitgeliefert; V8 kann auch außerhalb eines Browsers laufen, und deshalb lässt sich dieselbe Sprache auf dem Desktop verwenden.

Lizenzierung in einem Satz
Das Framework wird offen entwickelt und ist unter einer Open-Source-Lizenz verfügbar, daneben steht eine kommerzielle Lizenz für die Fälle, in denen die Open-Source-Bedingungen nicht passen – deshalb wird es als quelloffen, aber nicht einfach als kostenlos beschrieben. Für ein Projekt, das den eigenen Quelltext geschlossen halten will, ist dieser Unterschied das Erste, was zu prüfen ist, und das Letzte, woran man sich zu prüfen erinnert.
Wohin es passt
Ehrlich zusammengefasst passt Qt zu Software, die auf mehreren Plattformen gleich aussehen und jahrelang leben muss und von Leuten gepflegt wird, die C++ lesen. Es ist nicht der kürzeste Weg zu einem kleinen Werkzeug, und das Build-System wird sich beim ersten Mal nicht leicht anfühlen. Was es dafür bietet, ist ein Framework, das alt genug ist, seine eigenen Übernahmen überlebt zu haben, eine dafür gebaute IDE und eine Art, eine Oberfläche zu beschreiben, die auch ein Gestalter lesen kann.