OpenMediaVault: kostenloses NAS-System auf Debian-Basis

Zusammenfassung

OpenMediaVault ist ein kostenloses Open-Source-NAS-System auf Debian Linux, das sich über den Browser verwalten und mit Plugins erweitern lässt.

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Name
OpenMediaVault
Version
20220906
Preis
Kostenlos
Open Source
Open Source
Aktualisiert
2026-10-06 20:46

Ein NAS aus Standardteilen von Debian

OpenMediaVault, meist kurz OMV, ist ein quelloffenes Network-Attached-Storage-System auf Basis von Debian Linux. Es ist keine eigene Erfindung einer Distribution: Unter der Weberoberfläche arbeitet ein normales Debian, und die Speicherdienste sind die, die Administratoren ohnehin kennen – nur unter einem Dach und in einer Menüstruktur.

Die mitgelieferten Dienste decken das ab, was ein Server zu Hause oder im kleinen Büro leisten soll: SSH für die Shell, FTP und SFTP für die Übertragung, SMB/CIFS für Windows-Freigaben, ein DAAP-Medienserver, RSync zur Synchronisation und ein BitTorrent-Client.

OpenMediaVault Übersicht

Alles im Browser

Konfiguriert wird über den Browser. Die Oberfläche ist schlicht statt dekorativ, und das ist für ein Gerät richtig, das wenige Male im Monat administriert wird: Ein Speicherserver sollte bei jedem Besuch nicht das Neulernen seiner Menüs verlangen.

Plugins ergänzen, was das Grundsystem auslässt, und die Installation besteht aus Auswählen und einem Klick auf Installieren. Freigegebene Ordner werden im Bereich der Dienste eingerichtet, wo die Freigabe, ihr Dateisystem und die berechtigten Konten zusammenlaufen.

Plugin-Liste

Was das System abdeckt

Die Funktionsliste ist lang und taugt als Landkarte dafür, was aus einer OMV-Maschine werden kann. Die Oberfläche ist eine mehrsprachige Weboberfläche. An Protokollen stehen CIFS über Samba, FTP, NFS in den Versionen 3 und 4, SSH, rsync, iSCSI, AFP und TFTP bereit. Speicher lässt sich als Software-RAID der Stufen 0, 1, 4, 5, 6 und 10 organisieren oder als JBOD. Die Überwachung bündelt Syslog, Watchdog, SMART und einen lesenden SNMP-Agenten in den Versionen 1, 2c und 3; Statistikberichte gehen per E-Mail hinaus.

Diagramme zeigen CPU-Last, LAN-Übertragungsrate, Festplattennutzung und RAM-Verteilung. GPT- und EFI-Partitionierung unterstützt Volumes über zwei Terabyte. An Dateisystemen sind ext2, ext3, ext4, Btrfs, XFS, JFS, NTFS und FAT32 verfügbar, Quoten kommen darüber. Benutzer und Gruppen werden in der Oberfläche verwaltet, die Zugriffskontrolle läuft über ACLs, Netzwerkschnittstellen lassen sich bündeln und ein Rechner per Wake-on-LAN wecken. Das Pluginsystem hält das Ganze zusammen.

Speicher und RAID

Plugins, die den Zweck der Maschine ändern

Im Plugin-Katalog hört OMV auf, nur ein Dateiserver zu sein. ClamAV ergänzt eine Virenprüfung, das Digital Audio Access Protocol liefert Audiodateien im lokalen Netz und funktioniert auch mit iTunes, SAN und iSCSI bieten blockweisen Zugriff auf Speicher. Sabnzbd liest NNTP und holt Binärdateien automatisch, ein Plugin für das Lightweight Directory Access Protocol bearbeitet Auskünfte und Änderungen am Verzeichnisdienst, und der Logical Volume Manager ermöglicht dynamische Partitionen.

Netatalk macht die Maschine zum Datei-, Zeit- und Druckserver für Apple-Macintosh-Clients. Ein Netzwerk-USV-Werkzeug unterstützt eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, die Routing-Tabelle lässt sich in der Oberfläche ändern, und usbbackup erlaubt automatische Sicherungen auf eine externe USB-Festplatte. Plex-Server und Webclient machen daraus eine Mediathek, Transmission ergänzt einen Torrent-Client, und OwnCloud liefert einen Client-Server-Stack für einen eigenen Dateihosting-Dienst.

Dienste konfigurieren

Installation

Für den Installationsdatenträger wird balenaEtcher empfohlen. Ist der USB-Stick geschrieben, kommt er in den Rechner, das BIOS wird auf Start von diesem Stick gestellt, und nach dem Neustart erscheint die Installationsroutine mit ihren Fragen.

Nach der Installation ist das Gerät über den Browser erreichbar, indem die IP-Adresse des NAS-Rechners eingegeben wird. Das Standardkonto ist admin mit dem Passwort openmediavault – was geändert gehört, sobald das System im Netz erreichbar ist.

Installation

Lizenz und Herkunft des Codes

OpenMediaVault entsteht auf dem offenen Betriebssystem Debian Linux und steht unter GPL3. Der Quellcode liegt bei GitHub, und dorthin schaut man, wenn ein Plugin sich anders verhält, als die Dokumentation es beschreibt.

Freigegebene Ordner

Für wen sich das lohnt

Ein ohnehin untätiger Rechner, ein Satz übriger Festplatten und ein Abend genügen, um einen Speicherserver zu haben, der Windows-, macOS- und Linux-Clients gleichzeitig bedient. Am meisten gewinnen diejenigen, die die Dienste eines kommerziellen NAS ohne das Fertiggerät wollen: Die Hardware bleibt, das Debian-Wissen bleibt, und die Weboberfläche kommt obendrauf.

Benutzer und Gruppen

Es passt auch, wenn die Maschine mehr tun soll als Dateien zu halten. Mit Plex, Transmission, OwnCloud oder einem USV-Werkzeug wird derselbe Rechner zur Mediathek, zur Downloadstation oder zu einer kleinen privaten Cloud – und das Pluginsystem sorgt dafür, dass diese Entscheidung später fallen kann statt beim Kauf.

OpenMediaVault Einstellungen