MobaXterm 26: der Remote-Werkzeugkasten fuer Windows, in dem SSH, X11 und SFTP ein Fenster teilen

Zusammenfassung

Ein franzoesisches All-in-One-Werkzeug fuer Windows: ein X-Server, der bereit ist, bevor man fragt, eine Unix-Kommandozeilenumgebung, Sitzungen in Tabs und ein SFTP-Browser mit Ziehen und Ablegen, in der Home-Edition kostenlos.

Name
MobaXterm
Version
26.4
Open Source
Proprietär
Betriebssystem
Windows
Aktualisiert
2026-10-05 20:45

Ein ganzer Werkzeugkasten fuer die Ferne, in einem Fenster

Von Windows auf einen Linux-Server zu gehen hiess frueher, erst ein Sortiment zusammenzustellen: ein Programm fuer die Shell, ein eigener X-Server fuer die grafische Weiterleitung, ein SFTP-Client fuer die Dateien und ein paar kleine Werkzeuge fuer den Blick ins Netz, wobei die Taskleiste mit jedem gestarteten Programm weiter wuchs. MobaXterm, von einem franzoesischen Team gebaut, sammelt die Arbeit in einem einzigen Fenster mit Tabs: SSH-Client, X11-Server, SFTP-Browser, Remotedesktop und darunter eine vollstaendige Unix-artige Kommandozeilenumgebung. Fuer Administration und Entwicklung, die den Tag auf fremden Rechnern verbringen, ist nicht das Einzelstueck ungewoehnlich, sondern dass das Umschalten aufhoert. Im September 2026 ist die laufende Reihe 26.4, und neue Fassungen kommen weiterhin mehrmals im Jahr.

X11-Weiterleitung, die schon laeuft

Was langjaehrige Nutzer zuerst nennen, ist der eingebaute X-Server. Er ist bereit, sobald das Programm startet. Ist eine SSH-Sitzung zum Linux-Host offen, genuegt der Name eines grafischen Programms, und das entfernte Fenster erscheint auf dem Windows-Desktop. Kein zusaetzlicher X-Server, keine von Hand gesetzte DISPLAY-Variable, kein Registry-Eintrag, bei dem man etwas falsch machen kann. Was frueher drei Programme und einen Konfigurationsschritt brauchte, kommt heute ohne Vorbereitungsphase aus, und das ist der Hauptgrund, aus einer Kombination von Shell-Client und eigenstaendigem X-Server hierher zu wechseln.

Hauptfenster von MobaXterm

Sitzungen in Ordnern, Dateien per Ziehen

Die Seitenleiste legt jede Verbindung in Ordner: SSH, Remotedesktop, VNC, FTP und Telnet jeweils an ihrem Platz, eine Sitzung oeffnet sich beim Klick in einem neuen Tab, haeufig gebrauchte Server lassen sich merken und gruppieren. Nach dem Start einer SSH-Sitzung erscheint rechts ein grafischer SFTP-Browser: das entfernte Verzeichnis sieht aus wie ein lokaler Dateimanager, und ein Zug in beide Richtungen bewegt die Datei. Eine Konfigurationsdatei bearbeiten oder ein Protokoll holen braucht kein zweites Programm mehr daneben. Passwort und Schluessel werden beide unterstuetzt, Sitzungen lassen sich auf automatisches Wiederverbinden stellen, und eine lang laufende Aufgabe auf dem Server uebersteht einen kurzen Aussetzer der Leitung.

Unix-Kommandos, lokal

Im Programm liegt eine Unix-Kommandozeilenumgebung auf einer Kompatibilitaetsschicht, also sind bash, grep, awk und rsync unter Windows einfach da: ein Skript schreiben, Text verarbeiten, einen Stapel Dateien schieben braucht weder eine virtuelle Maschine noch eine zweite Umgebung, die gepflegt werden muss. Makros zeichnen eine wiederkehrende Folge einmal auf und spielen sie auf Tastendruck ab. Portweiterleitung, ein SSH-Gateway, ein Netzwerkscanner, ping und traceroute liegen im selben Kasten, ein Netzproblem wird also an einer Stelle untersucht statt aus vier Werkzeugen zusammengesetzt.

X11-Sitzung und SFTP-Bereich in MobaXterm

Fuer den Hausgebrauch kostenlos, und tragbar

Einzelnutzer koennen die Home-Edition ohne Kosten laufen lassen. Sitzungen, Makros und Lesezeichen sind auf zwoelf begrenzt, was fuer den Alltag der meisten allein arbeitenden Entwickler reicht; Teams, die keine Grenze und eine zwischen Rechnern wandernde Konfiguration brauchen, kaufen die Professional-Edition pro Arbeitsplatz. Es gibt eine installierte und eine portable Fassung, und die portable traegt den ganzen Werkzeugkasten auf einem USB-Stick, was zu jemandem passt, der in einer Woche an mehreren Rechnern sitzt. Wenn eine Serververbindung zu jedem Arbeitstag gehoert, ersetzt das ein Regal kleiner Helfer durch ein Fenster.

Details, an denen weiter gearbeitet wird

Die letzten Fassungen sind mit ihrer Umgebung Schritt gehalten. Der Terminalkern folgt seiner vorgelagerten Engine, die Zeichenbehandlung richtet sich nach dem aktuellen Unicode-Stand, und der dunkle Modus erreicht nun auch den Einstellungsdialog, die Kontextmenues und die Rueckfrage beim Einfuegen, statt am Hauptfenster zu enden. DNS-Abfragen und das Verhalten bei fehlgeschlagenen SFTP-Uebertragungen wurden ueberarbeitet. Glaettung der Schriften, Farbschemata, Tastenkuerzel und Fensteraufteilung sind einstellbar, mehrere Sitzungen lassen sich nebeneinander teilen, und ein Protokoll laesst sich in einem Bereich beobachten, waehrend im anderen Kommandos getippt werden.

Sitzungsleiste in MobaXtermGeteilte Ansicht in MobaXterm
MobaXtermDownload
Unterstützte Systeme: Windows