Bob übersetzt und liest Text aus jeder Mac-App, mit über 30 Diensten dahinter
Zusammenfassung
Ein Werkzeug für die Menüleiste unter macOS: Text in einer beliebigen Anwendung markieren und ein Kürzel übersetzt ihn, oder einen Rahmen über einen Bildschirmbereich ziehen und die Wörter darin werden gelesen. Offiziell sind es mehr als 30 Übersetzungsdienste, und die Texterkennung arbeitet auf neueren Systemen offline.
Empfehlen- Name
- Bob
- Version
- 1.20
- Open Source
- Proprietär
- Betriebssystem
- macOS
- Webseite
- https://bobtranslate.com/
- Aktualisiert
- 2026-10-06 13:26
Die Bewegung, die es aus dem Tag nimmt
Wer am Mac ein englisches Dokument liest, verliert am meisten Rhythmus beim Fensterwechsel fürs Nachschlagen. Bob will genau diese Bewegung abschaffen. Es wohnt in der Menüleiste, übersetzt markierten Text in jeder Anwendung auf ein Kürzel hin und liest Englisch aus einem Bild, wenn man einen Rahmen darum zieht. Die Startseite sagt den Anspruch in einem Satz: in jeder Anwendung übersetzen und Text erkennen, benutzen und weiterarbeiten.
Um welche Art von Software es sich handelt
Das offizielle README auf GitHub beginnt mit der klaren Aussage, dass dies geschlossene Software ist, dass das Repository der Dokumentation und Rückmeldungen dient und dass der Vertrieb über den Mac App Store läuft. Die aktuelle Fassung ist 1.20, die Mindestanforderung macOS 11, und wer noch auf der vorherigen macOS-Fassung sitzt, dem rät der Anbieter ausdrücklich zu einer älteren Ausgabe. Der Download ist 13 MB groß, die Oberfläche gibt es in vereinfachtem Chinesisch, traditionellem Chinesisch und Englisch.
Drei Wege hinein, jeder mit eigenem Kürzel
Die Dokumentation ist bei den Zugängen genau. Text markieren und Option plus D drücken. Option plus S drücken, einen Rahmen ziehen und den Bildschirmbereich darin übersetzen. Option plus A drücken, etwas von Hand tippen und mit der Eingabetaste übersetzen. Daneben gibt es einen Aufruf aus dem Auswahlmenü von PopClip, einen Modus, der die Übersetzung direkt über den Bildschirmausschnitt legt, und einen Wörterbuchmodus, der funktioniert, wenn der Dienst genug Angaben zurückliefert.
Für Entwickler geht die Liste weiter: automatische Spracherkennung, das Aufteilen von camelCase- und snake_case-Bezeichnern, Aufrufe über AppleScript sowie ein Verlauf und eine Favoritenliste für Ergebnisse. Auch der Wunsch, Motoren zu vergleichen, hat eine Antwort, denn die App kann bis zu 12 Übersetzungsdienste gleichzeitig öffnen und alle Antworten nebeneinander zeigen.

Vier Wege zur Texterkennung
Bei der Texterkennung trennt sich Bob von einem einfachen Werkzeug zum Übersetzen markierter Wörter. Die Erkennung per Bildschirmausschnitt läuft auf Shift, Option und S und liest, was im Rahmen liegt. Die stille Fassung auf Option und C geht weiter: Es erscheint überhaupt kein Fenster, und der Text landet nach der Erkennung direkt in der Zwischenablage. Ein dritter Modus arbeitet im Finder, wo man Bilddateien auswählt, gern mehrere auf einmal, und sie im Stapel erkennen lässt.
Die Behandlung des Ergebnisses hat Feinheiten, die man kennen sollte. Ein fortlaufender Modus hängt ein Ergebnis an das nächste in dasselbe Textfeld, QR-Codes werden von selbst erkannt, der Text wird in die Zwischenablage kopiert, und eine kluge Absatztrennung versucht, die Struktur des Bildes wiederherzustellen. Ab macOS 11 steht die Erkennung auch offline zur Verfügung, sodass ein heikler Bildschirmausschnitt den Rechner nie verlässt.

Was dahinter hängt
Die Startseite nennt Unterstützung für mehr als 30 Übersetzungsdienste und führt als Beispiele die Plattformen großer chinesischer Cloud-Anbieter, Apple, Google, Microsoft, Amazon und DeepL auf. Die Liste im Repository ist feiner: 13 Dienste für Textübersetzung, 7 für Texterkennung und 5 für Sprachausgabe, wobei die letzte Gruppe Offline-Stimmen und mehrere Cloud-Anbieter umfasst.
Der Zugang zu großen Modellen steht in den Hinweisen zu 1.20: OpenAI, Claudes Anbieter, Gemini, Grok, Azure OpenAI, Qwen von Alibaba, Kimi, Zhipu, Baidus Ernie, DeepSeek und OpenRouter erhielten aktuelle Flaggschiffmodelle, und der OpenAI-Dienst lässt sich mit einer Stufe für den Denkaufwand betreiben. Das Übersetzungsfenster bekam außerdem eine Verwaltung, in der Dienste ein- und ausgeschaltet, per Ziehen sortiert und nach Regel eingestellt werden. Der Dankesabschnitt des Repositorys vermerkt, dass zwei Anbieter kostenlose Inferenz für ein kleines Qwen-Modell und für GLM-4-Flash bereitstellen.

Preis und Bezug
Bob lädt kostenlos aus dem Mac App Store und folgt dem Modell kostenlos plus Kauf in der App. Die Kaufliste zeigt Bob Pro für 58 Yuan, daneben einen Probeeintrag für 0 Yuan. Die Grundfähigkeiten funktionieren also gleich nach der Installation, und wer viel damit arbeitet, schaltet den vollen Umfang erst bei Bedarf frei.
Eine Warnung zu ähnlich benannten Apps: Im Store stehen Anwendungen mit gleichem oder fast gleichem Namen von ganz anderen Entwicklern. Sie unterscheidet man, indem man den hier genannten Entwickler und die Paketgröße von 13 MB abgleicht. Neuigkeiten erscheinen über den offiziellen Kanal des Entwicklers.

Für wen es taugt
Mac-Nutzer, die den ganzen Tag fremdsprachige Dokumente lesen und Unterlagen prüfen, sind das eigentliche Publikum: In einem PDF markieren und es wird übersetzt, einen Ausschnitt rahmen und es wird übersetzt, und der ganze Ablauf bleibt in der Anwendung, in der man ohnehin war. Wer Text aus Bildern holen muss, aus einer Design-Datei oder einem Scan, für den kommt die Erkennung per Ausschnitt mit kluger Absatztrennung einem Schritt ohne Umweg nahe.
Zwei ehrliche Hinweise. Erstens gibt es Bob nur für macOS, keine Windows-Fassung. Zweitens verlangen mehrere der angebundenen Dienste einen eigenen API-Schlüssel von der jeweiligen Plattform, und für die Abrechnung gelten deren eigene Seiten. Das Werkzeug legt die Zugänge hin; durch welchen man geht, hängt weiter davon ab, wie man Übersetzungsqualität gewichtet.
Ein gutes Übersetzungswerkzeug misst sich daran, dass man es vergisst. Markieren und es übersetzt, rahmen und es übersetzt, die Sprachgrenze schließt sich leise, und die Aufmerksamkeit bleibt beim Inhalt.