TigerVNC 1.16 teilt Wayland-Schreibtische und erneuert die Tastenkuerzel
Zusammenfassung
TigerVNC 1.16 bringt einen Serverbaustein zum Teilen von Wayland-Schreibtischen, einen Betrachter, dessen jahrelanges F8-Menue durch ein echtes Tastenkuerzelsystem ersetzt wurde, einen durchsuchbaren Adressverlauf und zwei schnelle Fehlerfassungen.
Empfehlen- Name
- TigerVNC
- Version
- 1.16.2
- Preis
- Kostenlos
- Open Source
- Open Source
- Betriebssystem
- WindowsmacOSLinux
- Webseite
- https://tigervnc.org/
- Aktualisiert
- 2026-10-06 19:49
Eine alte VNC-Loesung, die weiterhin Aktualisierungen bekommt
TigerVNC ist eine Umsetzung von VNC, die sowohl die Seite des Betrachters als auch die Seite des Dienstes abdeckt, auf Windows, macOS und Linux laeuft und deren Quelltext offen liegt. Ueber das Protokoll selbst hinaus uebernimmt sie die Verdichtungs- und Uebertragungsverfahren, die aehnliche Vorhaben ueber die Jahre ausgearbeitet haben; deshalb haelt sie auch auf gewoehnlichen Verbindungen durch und nicht nur im schnellen Heimnetz. Die taeglichen Zwecke sind unspektakulaer und dauerhaft: von einem anderen Rechner auf einen Linux-Schreibtisch zugreifen, jemandem bei einem Problem helfen, oder eine Maschine verwalten, an der gar kein Bildschirm haengt.
Das Vorhaben wird von einer Firma getragen und nicht von einem einzelnen Freiwilligen, und die fertigen Pakete erscheinen auf einer oeffentlichen Ablage fuer offene Vorhaben. Das ist wichtiger, als es klingt. Ein Fernschreibtisch ist Software, die man einmal einrichtet und dann jahrelang voraussetzt, also ist ein verlaesslicher Ablauf der Veroeffentlichungen selbst schon eine Eigenschaft.
Was sich in 1.16 aendert
Die Fassung 1.16.0, erschienen am 27. Januar 2026, ist ein echter Einschnitt und keine Aufraeumarbeit. Der sichtbarste Zuwachs ist ein Dienstbaustein zum Teilen eines Wayland-Schreibtischs. Da immer mehr Verteilungen ihre voreingestellte Sitzung auf Wayland umstellen, greift der aeltere Weg zum Teilen eines X11-Bildschirms nicht mehr ueberall, und dieser Baustein schliesst die Luecke, statt die Leute auf eine Sitzungsart zurueckzuwerfen, die sie lieber nicht benutzen.
Der eigene Betrachter hat ein neues System fuer Tastenkuerzel bekommen und damit das F8-Menue abgeloest, das jahrelang der Einstieg war. Das Umschalten auf das Vollbild und das Weiterreichen von Systemtasten gehen nun direkter, und auch im Fensterbetrieb lassen sich Systemtasten senden. Unter Windows laesst sich fast jede Systemtaste abfangen und weitergeben, mit Ausnahme der Tastenkombination aus drei Tasten, die Ctrl+Alt+Delete ausloest; unter macOS arbeitet das Abfangen anders und verlangt beim ersten Einsatz eine ausdrueckliche Erlaubnis. Wer je mitten in einer Sitzung die falsche Kombination erwischt hat, versteht sofort, warum sich diese Arbeit gelohnt hat.
Kleinarbeit am Betrachter
Mehrere Einzelheiten rund um das Verbinden wurden nachgezogen: das Feld fuer die Adresse des Dienstes fuehrt einen durchsuchbaren Verlauf, das Skalieren einer Sitzung reagiert schneller, und der Betrachter auf Java-Basis steuert die Skalierung feiner als zuvor. Die vorige Fassung brachte Veraenderungen, die ebenso praktisch sind und die man kennen sollte. Der eigene Betrachter und der Unix-Dienst verstehen die zusaetzlichen Vor- und Zuruecktasten der Maus, der auf X aufbauende Dienstbaustein kann die Zwischenablage umleiten, der Betrachter merkt sich Name und Kennwort, sodass ein erneutes Verbinden nicht wieder Tippen bedeutet, und der Zeiger erscheint weiterhin als gewoehnlicher Pfeil, wenn der Dienst einen leeren Zeiger schickt.
Fassungen, Pakete und ein Hinweis
Die Fassungen 1.16.1 und 1.16.2 folgten kurz nacheinander. Beide sind Fehlerfassungen und behandeln vor allem ein Sicherheitsproblem im Dienstbaustein; das Vorhaben raet betroffenen Leuten, bald zu aktualisieren statt auf die naechste Funktionsfassung zu warten. Bei den Paketen bringt 1.16 Ausgaben fuer die zehnte Fassung der Unternehmens-Verteilung von Linux, ohne die Bibliotheken fuer die Entwicklung, und laesst die Pakete fuer die langfristig gepflegte Ausgabe 20.04 sowie fuer die siebte Fassung jener Verteilung fallen. Stand September 2026 ist 1.16.2 die stabile Fassung.
Ein Hinweis gehoert in den Text und nicht in eine Fussnote. VNC uebertraegt den Bildschirm als Bild, und jede Sitzung ueber das offene Netz sollte in einem verschluesselten Kanal laufen und mit einem ordentlich gewaehlten Kennwort gesichert sein. Das ist in dieser Fassung nicht neu, aber ein Wayland-Baustein, der das Teilen leichter macht, macht auch das Teilen von mehr als beabsichtigt leichter, und deshalb lohnt es sich, die Gewohnheit zu wiederholen.
Wer einen Fernschreibtisch ueber mehrere Systeme hinweg sucht, der nicht von einem Dienst eines Anbieters abhaengt, ist mit TigerVNC weiterhin gut bedient: offen, klein und in regelmaessigem Takt aktualisiert. Die Unterstuetzung fuer Wayland ist in dieser Fassung der wichtigste Teil; wer auf einer neueren Linux-Verteilung einen Schreibtisch teilen will, hat nun einen staerkeren Grund, sie an die erste Stelle zu setzen.