kitty 0.49: ein Terminal, das die Grafikkarte zeichnet, mit Layouts und Bildern an Bord
Zusammenfassung
kitty zeichnet das Terminal mit mehreren Faeden auf der Grafikkarte, bringt Reiter und geteilte Layouts in den Emulator selbst, sodass kein Multiplexer dazwischen muss, und malt echte Bilder in den Terminalbereich.
Empfehlen- Name
- kitty
- Version
- 0.49
- Preis
- Kostenlos
- Open Source
- Open Source
- Betriebssystem
- macOSLinux
- Webseite
- https://sw.kovidgoyal.net/kitty/
- Aktualisiert
- 2026-10-06 23:08
Um ein Terminal zu beurteilen, schaut man aufs Zeichnen
Viel vom Unterschied zwischen Terminalemulatoren liegt im Zeichnen. Zeichen koennen vom Prozessor einzeln auf den Bildschirm gebracht werden, oder sie werden als Texturen an die Grafikkarte uebergeben und dort zusammengesetzt. kitty nimmt den zweiten Weg: gezeichnet wird auf der Grafikkarte, verteilt auf mehrere Faeden, damit die Verzoegerung bei der Eingabe niedrig bleibt.
Fuer jemanden, der den ganzen Tag Befehle tippt, ist der Unterschied nicht dramatisch und ebenso wenig eingebildet. Das Scrollen laeuft ruhiger. Ein langer Baulauf, der tausende Zeilen ins Fenster schuettet, kostet weniger als bei der anderen Bauart, und dieser Preis zaehlt gerade dann am meisten, wenn die Maschine ohnehin beschaeftigt ist - also dann, wenn ein schwerfaelliges Terminal am wenigsten willkommen ist.
Reiter und Teilungen, ohne ein zweites Programm darueber
Die Fensterverwaltung steckt im Emulator selbst. Reiter lassen sich direkt oeffnen, und mehrere Sitzungen lassen sich in verschiedene Layouts nebeneinander aufteilen, sodass kein Multiplexer obenauf gestapelt werden muss. Die Anordnungen, die man wirklich benutzt - zwei Spalten, gestapelte Zeilen, ein Raster, ein fester Streifen links - lassen sich zur Laufzeit wechseln statt einmal beim Start gewaehlt zu werden.
Ein eingerichtetes Layout laesst sich als Startkonfiguration speichern, sodass der naechste Start genau so aussieht. Das ist der stille Teil der Funktion: der Wert liegt nicht in vielen Layouts, sondern darin, den Arbeitsplatz nicht jeden Morgen neu aufbauen zu muessen.
Kittens: kleine Werkzeuge, die sich ans Terminal haengen
Es gibt einen Erweiterungsmechanismus, der eine Reihe kleiner Werkzeuge ueber einen einzigen Einstieg aufruft: ein Bild im Terminal ansehen, zwei Texte vergleichen, schwer tippbare Zeichen eingeben, Inhalt aus der Zwischenablage hereinholen. Sie haengen am Terminal, statt daneben zu laufen, und koennen deshalb in derselben Flaeche zeichnen, die der Text benutzt.
Das Bildprotokoll ist der erkennbarste Teil. Ein Programm kann ein echtes Bild in den Terminalbereich malen, statt eine Naeherung aus Blockzeichen zusammenzusetzen, sodass ein Diagramm, ein Bildschirmfoto oder ein Foto als es selbst erscheint. Der Emulator laesst sich ausserdem von einem Skript oder von der Befehlszeile aus fernsteuern und verhaelt sich in einer entfernten Sitzung wie vor Ort - nuetzlich, wenn die Maschine, auf die man schaut, nicht die ist, die arbeitet.
Eine Textdatei, zwei Systeme
Alle Einstellungen liegen in einer einzigen Textdatei. Aendern, neu starten, und die Aenderung gilt; weil es Text ist, laesst sich die Datei auch in der Versionsverwaltung halten und wie jede andere Konfigurationsdatei mitnehmen. Typografische Feinheiten, die ein Terminal sonst verbirgt - Schriften mit Ligaturen, Echtfarbe, der Stil von Unterstreichungen -, werden in derselben Datei eingestellt.
Der Vorbehalt betrifft den Weg der Darstellung. Es haengt an OpenGL, und die offizielle Unterstuetzung umfasst macOS und Linux; fuer Windows gibt es keinen eigenen Bau, dort wird es ueblicherweise ueber die Linux-Schicht benutzt, die Windows bereitstellt. Das ist eine echte Einschraenkung und kein Detail, denn sie entscheidet, wer das Programm ueberhaupt verwenden kann.
Ehrlich sein muss man auch bei der Konfiguration per Textdatei. Fuer jemanden, der ohnehin im Terminal lebt und weiss, wonach er sucht, ist sie schnell; fuer jemanden, der ein Einstellungsfenster mit Kaestchen erwartet, ist sie langsam. Keine der beiden Reaktionen ist falsch; sie beschreiben verschiedene Gewohnheiten.
kittys Ansatz ist, das Terminal als ein Programm zu behandeln, das ordentlich gezeichnet zu werden verdient: die Multiplexer-Schicht wegzulassen und dafuer weniger Zwischenstufen und eine aufgeraeumte Konfiguration zu bekommen. Nicht jedem wird das passen - eine Textkonfiguration verlangt etwas Geduld -, aber fuer Leute, die ihren Tag im Terminal verbringen, rechnet sich der Tausch.
Ein weniger sichtbarer Vorteil: wenn die ganze Konfiguration in einer Datei liegt, wird der Wechsel der Maschine einfach. Installieren, dieselbe Datei ablegen, neu starten, und Zeichenformen wie die Anordnung der Teilungen sind wieder dieselben. Bei einem Werkzeug, dessen Einstellungen ueber viele Bildschirme verstreut sind, wird dieselbe Arbeit zum Abschreiben von Hand.