Colibri Browser: Links statt Tabs, leicht und kostenlos auf drei Systemen

Zusammenfassung

Colibri verbannt Tabs: Was gerade gelesen wird, wandert per Klick in die Liste Links, wird mit Lists nach Thema gruppiert und ueber Feeds als Abonnement gelesen, alles auf einer bewusst duennen Oberflaeche. Die letzte Ausgabe stammt allerdings von Dezember 2021.

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Name
Colibri
Version
1.23
Preis
Kostenlos
Open Source
Proprietär
Betriebssystem
WindowsmacOSLinux
Aktualisiert
2026-10-11 10:50

Browser werden mit der Zeit schwerer, und ganz oben im Fenster bleibt am Ende eine Reihe seitlich zusammengedrueckter Reiter. Sie kosten Breite und sie kosten die Aufmerksamkeit, die beim Suchen nach einer Seite draufgeht.

Eine Liste von Eintraegen statt einer Leiste

Colibri nimmt eine klare Haltung ein: Reiter gibt es nicht. In der Oberflaeche fehlt die waagerechte Reihe kleiner Felder. Statt ihrer stehen Links, und jede Seite, die gerade gelesen wird, laesst sich mit einem Klick dort ablegen und spaeter von dort wieder oeffnen. Der erklaerte Zweck ist, drei Dinge auf einmal zu ersetzen, naemlich Reiter, Lesezeichen und Verlauf, und damit Eintraege, die sonst an drei Orten verstreut liegen, in einer einzigen Rolle zusammenzufuehren.

Diese Rolle bleibt nicht auf einem Geraet. Links gelten als dauerhaft und liegen sicher auf einem Server, wer sich anderswo mit demselben Konto anmeldet, findet die Eintraege wieder vor. Waechst die Sammlung, teilen Lists sie nach Thema, ein Mittel, das der Hersteller ausdruecklich fuer den Fall beschreibt, dass eine Sammlung zu gross fuer eine einzige Ebene wird. Aus der Frage wo war noch die Seite von letzter Woche wird damit ein Suchen in einer gegliederten Liste statt ein Durchklicken dutzender Reiter.

Ansicht

Feeds und die schmale Oberflaeche

Die zweite Faehigkeit heisst Feeds. Sie abonniert Zufuehrungen aus dem Netz und holt die neuesten Eintraege selbsttaetig, was bedeutet: Inhalte der verfolgten Seiten landen im Browser, statt Seite fuer Seite auf Neuerungen geprueft zu werden. Wer Nachrichten ohnehin ueber Abonnements verfolgt, sammelt und liest damit im selben Fenster.

Zwei Woerter kehren in der offiziellen Beschreibung wieder: leicht und kompakt. Die Seite nennt das Ziel, schnell, sparsam und unaufgeraeumt zu sein, mit einer Oberflaeche, die so duenn ist, dass auf demselben Bildschirm mehr Inhalt Platz findet. Ein Satz daraus laesst sich als Haltung lesen: Ein Browser rechtfertigt sich dadurch, dass er schnelleres Browsen erlaubt, nicht dadurch, dass er das Verwalten endloser Reiter verlangt.

Eine Voraussetzung, die gesagt werden muss

Bevor das alles zur Empfehlung wird, gehoert ein Punkt offen auf den Tisch: Die Entwicklung ruht seit langem. Auf der offiziellen Seite der Ausgaben ist die neueste Fassung 1.23.0 vom 24. Dezember 2021, und die Aenderung bestand in einer aktualisierten Browservorlage; die Fassung davor, 1.22.0, stammt vom 30. Mai 2021. Die Nachrichtenseite ist noch aelter, ihr letzter Eintrag vom 15. September 2018 betrifft die Linux-Ausgabe. Beide Seiten bestaetigen denselben Befund: seit Jahren keine neue Ausgabe.

Damit ist es ein abgeschlossenes Entwurfsstueck und kein Werkzeug in Bewegung. Der Gedanke traegt weiterhin, Liste statt Reiter, Lesezeichen und Verlauf zusammengelegt, Abonnements eingebaut, doch die Entwicklung der Webstandards macht das Programm nicht mit. Es als klaren, zurueckhaltenden Lese-Eingang zu nutzen ist vernuenftig. Von ihm zu erwarten, dass es neuen Webfunktionen dauerhaft folgt, nicht.

Der Wert liegt nicht in einer langen Funktionsliste, sondern darin, wie weit eine leicht uebersehene Sache ins Einfache getrieben wurde: der Browser merkt sich die Seiten, zu denen man zurueck will, und zeigt sie mit einem Gesicht, das so wenig Platz wie moeglich nimmt.

Zum Umgang: zuerst thematische Lists anlegen und Links dort einsortieren, statt alles in der Wurzel zu stapeln; haeufig gelesene Seiten ueber Feeds abonnieren, damit kein Oeffnen nur zum Nachsehen noetig ist; und weil seit Jahren keine Ausgabe kam, sollte es nicht der Haupteingang fuer Konten oder vertrauliche Angaben sein.

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