Notesnook 3.4.12 verschluesselt standardmaessig und laesst den Schluessel bei dir
Zusammenfassung
Notesnook 3.4.12 macht die Ende zu Ende Verschluesselung zur Vorgabe: Eine Notiz ist verschluesselt, bevor sie das Geraet verlaesst, und der Schluessel bleibt beim Schreibenden. Client und Abgleichserver sind offen, die freie Fassung begrenzt weder Anzahl der Notizen noch angemeldete Geraete.
Empfehlen- Name
- Notesnook
- Version
- 3.4.12
- Open Source
- Open Source
- Betriebssystem
- WindowsmacOSLinuxAndroidiOS
- Webseite
- https://notesnook.com/
- Aktualisiert
- 2026-11-06 23:00
Verschluesselt, bevor die Notiz das Geraet verlaesst
Ein Notizbuch in der Cloud arbeitet meist so: Du schreibst, der Client laedt hoch, der Server behaelt es, und auf Anfrage kommt es zurueck. Verschluesselung ist eine Option, und bei vielen Produkten bleibt sie aus, bis man sie einschaltet. Notesnook dreht die Reihenfolge um. Eine Notiz ist verschluesselt, bevor sie das Geraet verlaesst, der Server bekommt Geheimtext, und der Schluessel bleibt beim Schreibenden. Der Anbieter sagt es deutlich: Daten werden auf dem Geraet verschluesselt, bevor sie losgehen, und niemand ausser dir kann lesen, was unterwegs ist.
Dieser Unterschied entscheidet, was der Anbieter sehen kann. Wenn der Schluessel nie ueber den Server laeuft, dann bringen gespeicherte Daten, die ganz mitgenommen oder herausverlangt werden, nur Bytes, die sich nicht entschluesseln lassen. Fuer jemanden, der ein Tagebuch fuehrt, Beratungen protokolliert oder Entwuerfe aufbewahrt, wiegt das weit mehr als die Laenge der Funktionsliste, denn der Wert dieser Inhalte liegt gerade darin, dass sie unveroeffentlicht bleiben.

Offen ist nicht nur der Client
Der uebliche Einwand gegen ein Datenschutzprodukt ist, wie man wissen soll, dass die Aussage stimmt. Notesnook antwortet, indem es den Code offenlegt: Desktop, Mobil, der Zusatz zum Sammeln von Webseiten, die Werkzeuge zum Import und der Abgleichserver, durch den die Notizen laufen, sind alle veroeffentlicht und von jedem aufstellbar. Das heisst zweierlei. Wer will, kann die Verschluesselung lesen, und wer dem offiziellen Server nicht traut, betreibt einen eigenen und richtet den Client darauf aus.
Die Huerde liegt hier hoeher, als sie aussieht. Viele vergleichbare offene Versprechen enden beim Client, waehrend der Server geschlossen bleibt, und die Nutzer vertrauen dem Anbieter genauso. Den Abgleichserver ebenfalls zu oeffnen tauscht Vertrauen gegen etwas Pruefbares.
Der Editor ist kein einzelnes Textfeld
Verschluesselte Inhalte kosten oft Bearbeitungskomfort, und Notesnook hat hier sichtbar Aufwand gesteckt. Eine Notiz nimmt Tabellen, Aufgabenlisten, Codebloecke, Formeln, Gliederungen und Anhaenge auf und versteht Markdown Eingabe neben einer Werkzeugleiste fuer formatierten Text, sodass ein Kapitel einer Arbeit und eine Einkaufsliste dieselbe Oberflaeche teilen. Der Anbieter beschreibt es als gut genug fuer ein Kapitel und schnell genug fuer eine Einkaufsliste.
Die Ordnung laeuft auf mehreren Achsen zugleich: Notizbuecher geben die Hierarchie, Marken schneiden quer, und zweiseitige Verweise verbinden verwandte Notizen, sodass eine geoeffnete Notiz zeigt, worauf sie zeigt und wer auf sie zeigt, und ein Einfall von vor einem halben Jahr nicht verloren geht, weil er nicht zu finden war. Ein Zusatz sammelt den Text eines Artikels samt Bildern in eine Notiz, filtert unterwegs Fenster und Spuren aus und laesst das Ergebnis offline lesen.

Entwuerfe, die leicht uebersehen werden
Die Anwendung bringt ihr eigenes Schloss mit. Zum Oeffnen braucht es Fingerabdruck, PIN oder Passwort, wer das Telefon weiterreicht, reicht nur das Telefon weiter, und die Notizen bleiben zu. Besonders heikle Notizen koennen in einem Tresor mit einem zweiten Passwort liegen, das Entsperren der Anwendung ist also nicht dasselbe wie sie zu oeffnen.
Erinnerungen laufen lokal, die Mitteilung kommt vom eigenen Geraet und nicht vom Server des Anbieters, was nicht bei allem so ist; der Gewinn ist, dass auch nicht durchsickert, was man plant. Dazu gibt es einen Eingang: Gibt man Zapier, IFTTT oder einem eigenen Skript einen Schluessel, kann ein fremder Dienst Notizen in das Konto legen, unterwegs verschluesselt wie alles andere. Eine einzelne Notiz laesst sich als eigene Seite veroeffentlichen, auf Wunsch mit Passwort, waehrend der Rest privat bleibt.

3.4.12 repariert die Ecken, die nur Stammnutzer erreichen
Die Desktop Fassung 3.4.12 erschien am 2. November. Grosse Funktionen kamen nicht mit; die Korrekturen betreffen durchweg Probleme, die erst nach laengerem Gebrauch auftauchen. Bei Listen und Erinnerungen wurden drei zusammen erledigt: Eintraege unter der falschen Gruppenueberschrift, monatliche Erinnerungen, die in den Folgemonat schwappten, und naechste Erinnerungen, deren Zeit nach uneinheitlichen Regeln berechnet wurde. Bei der Suche wurden ungueltige Anfragen angenommen, kurze Woerter fielen in booleschen Anfragen aus, und die Helfer fuer Zeichenketten und HTML hatten Randfaelle; eine gesperrte Sitzung entsperrte sich nach einer Titel Aenderung nicht mehr unerwartet.
Zwei Korrekturen an Anhaengen und Sicherung verdienen mehr Aufmerksamkeit: Die Sperrpruefung fuer Anhaenge hatte nie wirklich ausgeloest, und Anhaenge, die bei der Wiederherstellung einer Sicherung neu verschluesselt wurden, wurden nicht erneut hochgeladen. Beide gehoeren zu der Sorte, die sich unauffaellig verhaelt, bis Daten verloren gehen. Die Web Fassung bekam zusaetzlich eine Korrektur fuer einen Absturz durch endloses Neuzeichnen. Die Android Linie wanderte im eigenen Takt auf 3.4.13.
Wie weit die freie Fassung reicht
Die freie Fassung hat keinen Countdown fuer eine Probe und verlangt keine Karte: Notizen unbegrenzt, angemeldete Geraete unbegrenzt, Verschluesselung standardmaessig an. Die bezahlten Stufen oeffnen Speicher und weitergehende Moeglichkeiten, und fuer die meisten Einzelpersonen deckt die freie Fassung Notizen des Alltags, Aufgaben, Tagebuch und ein Archiv ab.
Die Kompromisse sind ebenso klar. Den Abgleichserver selbst aufzustellen verlangt etwas Handarbeit, die gewoehnliche Nutzer nicht unternehmen; eine Bearbeitung, die reinen Text zuerst denkt, passt nicht jedem, der ein schweres Satzwerkzeug gewohnt ist; und Verschluesselung als Vorgabe bedeutet, dass ein verlorenes Passwort im Kern nicht zurueckzuholen ist, denn ohne Schluessel kann auch der Anbieter nicht helfen. Dreht man es um, sind genau diese Kompromisse der Grund, es zu versuchen: Inhalte von Haus aus privat, Code, den man selbst lesen kann, und kein Abo, das die Tuer zuhaelt.